„Die Polizei sollte ein Abbild der Gesellschaft sein“, sagt Peter Trapp (CDU), der Vorsitzende des Berliner Innenausschusses. Die Realität sieht anders aus. Der Frauenanteil bei den Anwärtern für die Schutzpolizei liegt im mittleren Dienst seit 2013 deutlich unter 20 Prozent, im gehobenen Dienst schwankte er bei den Einstellungsterminen in diesem Zeitraum zwischen einem Drittel und einem Sechstel. Bei der Kripo war die Bilanz etwas besser, von der „Hälfte der Welt“ war man aber auch dort weit entfernt. Und: Im Vergleich zu früheren Jahren hat sich die Lage verschlechtert.

Nicht nur die Innenexperten der Parteien kritisieren diesen Sachverhalt, auch die Polizei betont, damit nicht zufrieden zu sein. Die Frage ist, ob genug getan wird, um den Frauenanteil zu erhöhen. Der Job sei unattraktiv, weil er schlecht bezahlt werde und die Bedingungen nicht familienfreundlich seien, sagen Politiker – Nachtdienste, Arbeit am Wochenende, Überstunden. Das aber gibt es in anderen Branchen auch, ohne dass es Frauen von vornherein abschreckt. Die Polizei muss also Frauen gezielter ansprechen und sie von der Attraktivität eines Berufsweges bei der Polizei besser überzeugen. Das funktioniert natürlich nur, wenn sie Frauen bei der Karriereplanung auch etwas zu bieten hat und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr Gewicht beimisst.

Ein anderes Argument lautet, Polizisten würden zunehmend angepöbelt und bedroht, selbst bei vermeintlichen Routineeinsätzen drohe in einigen Gegenden Berlins inzwischen regelmäßig Gefahr. Diesem Bild entgegenzuwirken, ist indes nicht allein eine Aufgabe des Dienstherrn. Es ist vor allem Aufgabe der Politik, die Beamten mit Personal und Ausrüstung so auszustatten, dass sie ihre Aufgabe angemessen und ohne stetige Sorge um ihr physisches und psychisches Wohl ausüben können. Und es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für mehr Respekt gegenüber den Menschen zu sorgen, die sich täglich um unsere Sicherheit kümmern.