Seit vier Wochen ermittelt eine Sonderkommission wegen der neuerlich steigenden Zahl von Autobränden in der Stadt, doch bislang blieb ein Ermittlungserfolg aus. Wie vor fünf Jahren erhebt die CDU die heimtückischen Angriffe zum Wahlkampfthema. Doch diesmal ist alles anders. Während der damalige Landes- und Fraktionschef Frank Henkel dem damaligen Innensenator Ehrhart Körting (SPD) von der Oppositionsbank aus totales Versagen vorwarf und ihn mehrfach zum Rücktritt aufforderte, ist nun Henkel selbst als Innensenator in der Verantwortung.

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Die Brandserie geht weiter.mp4

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    Ein anhaltender Misserfolg der Ermittler könnte also vor allem auch auf ihn zurückfallen, zumal die Zahlen fast schon wieder das Niveau der Rekordjahre 2010 und 2011 erreichen. Anders als vor fünf Jahren muss Henkel aber nicht fordern, sondern liefern. Der Innensenator steht dabei unter besonderem Druck, weil er in der Vergangenheit nicht wegen Tatkraft im Amt aufgefallen ist. Die Opposition bezeichnet ihn zuweilen als „Senator ohne besondere Aufgaben“ oder wegen seiner vielen Auslandsdienstreisen als „Außensenator“. Selbst aus der eigenen Partei erhält Henkel mitunter heftige Kritik.

    Sein Heil nun in der Bekämpfung der Brandanschläge auf Autos zu suchen, birgt ein großes Risiko für den Innensenator. Denn das wahllose Anzünden von Autos gehört zu den perfidesten Taten. Es ist kaum wirksam zu bekämpfen, egal mit wie vielen Beamten, da es jederzeit, überall und mit geringem Aufwand geschehen kann. 354 Autos brannten bereits in diesem Jahr, vermutlich werden es viele mehr – solange keine Täter ermittelt werden, die andere abschrecken könnten. Henkels Warnung, die Täter sollten sich nicht zu sicher fühlen, klingt daher fast wie ein flehentlicher Appell an die Polizei, ihm endlich mit einer Erfolgsmeldung aus seinem Dilemma zu helfen.