Sein Auftritt am Freitag im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses war nicht gerade ein Paukenschlag. Der neue Chef der Bäderbetriebe, Andreas Scholz-Fleischmann, zauberte kein Konzept hervor, mit dem er die Bäderlandschaft umstrukturieren will. Stattdessen nutzte er seinen ersten öffentlichen Auftritt, um zu zeigen, dass er der richtige Mann am richtigen Ort ist. Und das ist ihm gelungen. Den Eindruck, den er hinterlassen hat, beschreiben Ausschussmitglieder mit den Worten „positiv“, „sachlich“, „kompetent“. Er werde die Probleme der Bäderbetriebe gut in den Griff bekommen, sagte der CDU-Abgeordnete Peter Trapp nach der Sitzung. Dennis Buchner (SPD) hat Verständnis für die staatliche Daseinsvorsorge der Bäder herausgehört. Das Wichtigste sei ein verlässlicher Betrieb, sagte Buchner.
Damit hat der SPD-Abgeordnete den Wunsch vieler Berliner, Sportler und Vereine ausgesprochen. Andreas Scholz-Fleischmann muss das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. Noch ist er dabei, sich einzuarbeiten. Aber Scholz-Fleischmann kennt die negativen Schlagzeilen über Bäder, die später aufmachen, eher schließen oder gar nicht in Betrieb gehen, weil das Personal fehlt. Oder weil die Technik versagt. Er kennt den Ärger der Kunden, die zu einer Schwimmhalle fahren und dann vor verschlossenen Türen stehen. Eltern haben Kinder aus Vereinen abgemeldet, Schwimmer ihr Training eingestellt. Handeln muss der neue Chef – und er macht den ersten richtigen Schritt und stellt Personal ein. Zwölf Bademeister verstärken bald das Team. Das ist nicht viel, aber es schließt Lücken.
Zehn Jahre lang war der heute 62-jährige Scholz-Fleischmann im Vorstand der Berliner Stadtreinigung für Personal zuständig. Das Zusammenspiel von Verwaltung und Politik in einem landeseigenen Betrieb ist ihm also vertraut. Das gibt ihm den nötigen Überblick und die Routine, die Dinge in der richtigen Reihenfolge anzugehen. Zunächst muss die Belegschaft geeint hinter ihm stehen. Dann gilt es, die Kunden zu überzeugen. Die Mitglieder des Sportausschusses hat der neue Bäderchef bereits überzeugt.


