Es ist vollbracht: Die magische Zahl von 30 Millionen Hotelübernachtungen im Jahr wird 2015 erreicht, Berlin hat einen neuen Rekord im Tourismus aufgestellt. Das bisher beste Jahr sei dies für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Berlin gewesen, heißt es in der Branche. Zu Recht ein Grund zur Freude.

Denn von dem Tourismusboom profitieren viele: die Hotels, die Hostels und kleinen Pensionen, die Restaurants, Bars, Diskos, natürlich all die Shoppingcenter und die vielen Einzelhändler. Das Geld, das die Touristen in der Stadt lassen, das kommt der Berliner Wirtschaft direkt zugute. Wer in diesen Tagen in Berlin unterwegs ist, merkt es selbst: Die Läden und Restaurants sind voller Touristen, die hier nach Weihnachten shoppen oder in der Hauptstadt Silvester feiern wollen. Und man kennt das ja aus dem eigenen Urlaub: Da ist man beim Shoppen ein bisschen großzügiger, da wird auch fürs Abendessen im Restaurant der eine oder andere Euro mehr ausgegeben. So soll es sein im Urlaub, so ist es gut für Berlin.

Positiv fällt auch auf, dass Berlin immer noch für Besucher interessant ist, obwohl viele Menschen schon einmal hier waren. So wurde der 20. Jahrestag der deutschen Einheit im Oktober in Berlin zwar gar nicht groß gefeiert, dennoch kamen viele Deutsche im Laufe des Jahres in die Stadt.

Auch das Champions-League-Finale in Berlin fand ohne deutsche Mannschaft statt, trotzdem war die Stadt nahezu ausgebucht. Und offenbar waren viele von den Feierlichkeiten zum Mauerfall im Jahr zuvor – wir erinnern uns an die wunderbare „Lichtgrenze“ – so begeistert, dass sie sich wieder nach Berlin aufmachten.

Wir brauchen endlich den BER und gute Fernbus-Haltestellen

Aus dem Touristenboom müssen die politisch Verantwortlichen nun auch Lehren ziehen: So brauchen wir einen funktionstüchtigen Zentralen Omnibusbahnhof und wohl noch mehr Haltepunkte für Fernbusse, darüber hinaus aber auch zusätzliche Stellflächen für Reisebusse und Stadtrundfahrten. Und endlich einen funktionstüchtigen Großflughafen. 29 Millionen Passagiere, auch das eine aktuelle Zahl, zählten die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld in diesem Jahr – das sind zwei Millionen mehr, als der BER bei seiner Eröffnung 2012 abfertigen sollte.