Die gute Nachricht: Berlins Unternehmen quer durch alle Branchen sind ziemlich zufrieden, die positive Konjunkturstimmung in der Stadt setzt sich fort. Krisenstimmung war vorgestern. Die gute Lage gründet vor allem auf stetiger Nachfrage aus dem In- sowie dem Ausland, dem wachsenden verfügbaren Einkommen dank kräftiger Lohnsteigerung und gesunkener Energiekosten und dem nicht endenden Tourismusboom.
So ist die Bilanz der gemeinsamen Umfrage der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer Berlin unter ihren Mitgliedern im Herbst 2015 zusammenzufassen. Auch die Beschäftigungslage entwickelt sich positiv.
Berlin hat noch immer zweithöchste Arbeitslosenquote Deutschlands
Der „Berliner Jobgenerator“ werde in den kommenden Monaten sogar noch zulegen, verspricht der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Jürgen Wittke. Das mag stimmen, hilft aber nicht, die noch immer zweithöchste Arbeitslosenquote im Lande (10,4 Prozent, nur Bremen hat mit 10,7 Prozent eine noch höhere) signifikant zu senken. Und das ist die weniger gute Nachricht hinter der so erfreulichen der Wirtschaftsverbände.
Berlin hat einen Sockel an Langzeitarbeitslosen, der sich nur schwer abbauen lässt. Weil ein überdurchschnittlicher Teil der Beschäftigungslosen mangelnde Berufserfahrung hat. Fast die Hälfte der Arbeitslosen ist sogar ohne Berufsausbildung. Ihren zusätzlichen Personalbedarf deckt die Wirtschaft deshalb vornehmlich mit Arbeitskräften aus anderen Regionen und Neuberlinern in der wachsenden Stadt.
15 Millionen Euro für Bildungs- und Ausbildungsprogramme
Dass sich die Unternehmen dennoch über ihre rein wirtschaftlichen Interessen hinaus in der Pflicht sehen, hat die Vollversammlung der IHK eindrucksvoll und selbst zur Überraschung ihres Präsidiums bewiesen. Statt auch nur einen Teil der erwirtschafteten Überschüsse an die Mitglieder zurückzugeben, beschloss das Gremium, die gesamten 15 Millionen Euro in Bildungs- und Ausbildungsprogramme zu stecken.
Damit soll zugleich auch die Integration von Flüchtlingen unterstützt werden wie die Qualifizierung von Arbeitslosen. Das ist beispielgebende gesellschaftliche Mitverantwortung.




