Bei der Berliner Staatsanwaltschaft sind derzeit 400 Berliner Kinder und Jugendliche als Serientäter registriert. 323 davon gelten als Intensivtäter, das heißt, sie haben zehn oder mehr Straftaten begangen. 77 gelten als sogenannte Schwellentäter, die fünf bis zehn Mal mit dem Gesetz in Konflikt gerieten. Das geht aus einer Antwort des Justizsenators Thomas Heilmann (CDU) auf eine Anfrage der SPD hervor.

Die Zahl der jugendlichen Serientäter ist damit weiter rückläufig. Vor fünf Jahren waren bei der Staatsanwaltschaft noch 414 Intensiv- und 151 Schwellentäter registriert – insgesamt also 565 jugendliche Mehrfachtäter. Die Straftaten, die jugendlichen Gruppen zugeordnet wurden, sind im vergangenen Jahr mit 2822 konstant geblieben, allerdings hat die Zahl der Tatverdächtigen um 350 auf 3000 zugenommen. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr Ermittlungen gegen 4000 Kinder unter 14 Jahren, 8000 Jugendliche unter 18 Jahren und 8200 Heranwachsende geführt, die zwischen 18 und 20 Jahren alt waren.

Aber nur ein kleiner Teil der jugendlichen Täter wird von einem Gericht verurteilt. Insgesamt wurden 2100 Jugendliche und Heranwachsende verurteilt, 215 davon zu einer Jugendstrafe ohne Bewährung, 230 erhielten Bewährungsstrafen und 1200 wurden mit Erziehungsmaßnahmen, wie dem Ableisten von Sozialstunden, belegt. Die meisten Fälle von Jugendkriminalität werden inzwischen beendet, bevor es zu einem Gerichtsverfahren kommt. Das kann durch Täter-Opfer-Ausgleich geschehen oder durch tätige Reue des Täters.

Innenausschuss diskutiert Kriminalitätsstatistik

Um den Kampf gegen die Jugendkriminalität weiter zu verbessern, fordert die SPD mehr Investitionen in die Prävention. „Die Prävention muss endlich verbessert und es muss früher gehandelt werden“, sagt SPD-Sicherheitsexperte Joschka Langenbrinck. „Wir dürfen nicht zusehen, bis ein Jugendlicher zehn Straftaten auf seinem Konto hat.“ Deshalb sei es sinnvoll, die beschleunigten Jugendstrafverfahren nach dem Neuköllner Modell zu verbessern, um Täter schneller zu verurteilen, Jugendkommissariate bei der Polizei einzurichten, damit sich Spezialisten mit den gefährdeten Jugendlichen beschäftigten, das Wohnortprinzip zur Bearbeitung von Jugendstrafsachen bei Polizei und Staatsanwaltschaft einzuführen und den Antritt zum Jugendarrest zu beschleunigen. „Derzeit dauert es von der Verurteilung bis zum Antritt des Jugendarrestes immer noch drei Monate“, kritisiert Langenbrinck.

Die aktuellen Zahlen zur Jugendkriminalität werden am Montag im Innenausschuss zusammen mit den allgemeinen Kriminalitätszahlen besprochen. Polizeipräsident Klaus Kandt stellt die Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr vor. Die Berliner Polizei hat die Komplettversion für 2014 bereits ins Netz gestellt. Nach Jahren des Rückgangs ist die Zahl der Straftaten in Berlin wieder gestiegen. Insgesamt 543.156 Taten registrierte die Polizei im Jahr 2014 – das sind 40.000 mehr als im Jahr zuvor.