Momentan wird geheiratet, was das Zeug hält. Zumindest in meinem Bekanntenkreis. Womit wir bei der Frage wären: Was ziehe ich an? Zunächst: Ja, auch Sie dürfen als Gast die Farbe Weiß anhaben. Das ist laut Kleiderordnung völlig in Ordnung. Prominente wie Julia Roberts, Beyoncé oder zuletzt Tamara Ecclestone hielten ihre Hochzeitsgäste sogar dazu an, Weiß zu tragen. Solange Sie also nicht Ihr eigenes Brautkleid noch mal auftragen, geht es.
Allerdings würde ich trotzdem davon abraten. Ich verspreche Ihnen, dass Sie in allen Gesprächen immer „die Frau, die zu einer Hochzeit mit einem weißen Kleid kam“ sein werden. Ersparen Sie sich den Stress. Generell abzuraten ist auch von Stehkleidern. Die sind so eng, dass Sie damit weder laufen noch sitzen können.
In Kombination mit Sitzschuhen (Schuhe, die nur im Sitzen getragen werden können) ist das eine geradezu tödliche Mischung. Zumindest, was den Spaß angeht. Ein weiterer Fehler ist, erst kurz vor dem Anlass nach dem passenden Kleid zu suchen. Eine Freundin von mir kam so zu einem sehr teuren Albtraum aus weißem Satin von Versace. Den holt sie nun regelmäßig zum Zwecke der Abschreckung aus dem Schrank. So will sie vermeiden, erneut wie eine hysterische Irre durch die Abendmode- und Ballkleiderabteilung großer Kaufhäuser zu rasen. Lieber kaufen, wenn man etwas Schönes findet – der Anlass kommt von selbst.
Zu guter Letzt noch ein Tipp: Wenn Sie auf einer Feier eine verzickte Frau mit säuerlicher Miene im gleichen Kleid sehen, gehen Sie hin und gratulieren Sie ihr zum hervorragenden Geschmack. Gutes Karma und die damit verbundene Ausstrahlung kann man nämlich nicht kaufen.




