Unter 20 Euro

Eine verführerische Pizza und ein verkochtes Risotto

In der Trattoria Dolce Vita im Märkischen Viertel gibt es solide Pasta-Gerichte und verführerische Pizzen, die an Italienurlaube erinnern - ein verlässliches Restaurant.

Der Tipp kam von Freunden mit feinem Geschmack. Sie empfahlen ein alteingesessenes, über die Jahre verlässliches, italienisches Restaurant. Auf der Internetseite steht, dass hier sizilianische Küche zubereitet wird. Doch der Blick auf die Karte zeigt: Hier wird italienisch ohne regionalen Schwerpunkt gekocht. Der erste Eindruck ist gut. Das Interieur der großen Trattoria wurde mit rot-weißen Tischdecken, Holzbalken an der Decke und Regalen voller Weinflaschen gestaltet. Die Begrüßung ist höflich, auch am Wochenanfang sind hier zahlreiche Tische besetzt. Der kulinarische Start gelingt ebenfalls. Vorweg werden ein Brotkorb und ein großer Teller Oliven serviert. Die Bruschetta (2,50 Euro) besteht aus vier Scheiben mit Olivenöl beträufeltem Weißbrot und gut gewürzten Tomatenstückchen.

Die Pizza Parma (Pizzen 5,50–9,50 Euro) am Nebentisch sieht verführerisch aus und erinnert an Italienurlaube. Auf der Tageskarte stehen Risotto mit Shrimps und Artischocken (8,50 Euro). Das wird bestellt, ebenso wie ein Fenchelsalat (6 Euro). Das milanesische Hauptgericht wird in einer riesigen Menge serviert. Das Risotto war verkocht. Die Artischocken sind zu weich, nur wenig Meeresfrüchte finden sich in der Speise. Das ist ärgerlich.

Auch der Fenchelsalat fällt durch. Ein Tipp für die Küche: Den Fenchel feiner schneiden, den Strunk entfernen, nicht auf schwarze Oliven verzichten und die Orange in den Salat integrieren, statt sie als 80er-Jahre-Deko an den Rand zu verbannen. Wahrscheinlich hatten unsere Freunde nicht experimentiert, sondern auf Pasta und Pizza gesetzt. Dann hat der Tipp seine Berechtigung.

Trattoria Dolce Vita, Dannenwalder Weg 87, 13439 Berlin-Märkisches Viertel, Tel. 41 70 88 60, www.trattoria-dolce-vita.de, Mo.–Sbd. ab 16, So ab 12 Uhr

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