Das Adrenalin ist es, was ihn antreibt in den letzten paar Tagen vor der großen Show. Das ihm die Kraft gibt, auch mal eine Nacht durchzuarbeiten. Und trotz seines jungen Alters ein strenger Chef zu sein, um seinen eigenen, hoch gesteckten Ansprüchen zu genügen.

Am kommenden Dienstag wird Kilian Kerner in Berlin am ersten Tag der Mercedes Benz Fashion Week am Brandenburger Tor seine neue Sommerkollektion für 2014 präsentieren.

Viel verrät er noch nicht von seiner Mode, stellt aber klar, dass es anders werden wird als in den vergangenen Jahren. „Es wird sehr viel Blau geben, und ich habe einige Elemente, die normalerweise typisch Kilian Kerner sind, einfach mal weggelassen.“

Kein Chiffon, keine Falten-Optik, die sonst immer in den Kollektionen zu finden waren: Die Abkehr vom Altbewährten passt zum Motto, das der 33-Jährige seiner Kollektion gegeben hat.

Kerner sieht hohe Erwartungen nach Jubiläumsshow

„Hör nicht auf mit träumen“ lautet der Titel, der sich – so gibt Kerner zu – zunächst ein wenig falsch anhört, aber dennoch einen Sinn ergebe. „Es geht um das Freimachen von Konventionen, einfach mal den Kopf ausschalten“, sagt Kerner, der sich selbst als einen großen Träumer beschreibt.

„Zunächst fühlte es sich eigenartig an, dass in mir keine Entwürfe in dieser typischen ,Kilian-Kerner-Richtung‘ entstanden sind.“ Erst habe er versucht, sich an das frühere Muster zu halten, aber dann bewusst entschieden, „es einfach zu lassen“, sagt Kerner. Das Resultat: Viele Veränderungen, ab keinesfalls eine komplette Umkehr des Stils.

„Es gibt kein Kilian Kerner 2.0“, sagt der Berliner Designer, der sehr zufrieden mit den Ergebnissen ist, die nun nur noch erfolgreich präsentiert werden müssen. Die Frage, ob seine Mode auch beim Publikum gut ankommen wird, stellt sich Kerner dennoch hin und wieder. Die Erwartungen nach der Jubiläumsshow im Januar seien hoch. „Davon versuche ich mich jetzt allerdings freizumachen“, sagt der Designer.

Konkurrenz von Modeschauen aus Paris in diesem Jahr zu groß

In der kommenden Woche wird es für den Designer das elfte Mal sein, dass er seine Mode auf der Berliner Fashion Week präsentiert, die er als mittlerweile sehr renommiert und erfolgreich bewertet. Die Tatsache, dass einige große Labels in diesem Jahr nicht dabei seien, sei schade aber nicht dramatisch, findet er. Die Konkurrenz durch die Haute Couture Schauen in Paris sei zu diesem Termin einfach zu groß.

„Selbst wenn dann einige internationale Prominente nicht dabei sind, ist das nicht so schlimm“, sagt er. Viele von ihnen würden ja sowieso für ihr Kommen bezahlt werden, was für den Designer selbst nicht in Frage komme. „Ich bin froh, dass wir das nicht machen müssen und die Leute freiwillig zu uns in die Show kommen“, sagt Kerner. „Wichtig ist, dass die Berliner bei der Fashion Week präsent sind.“