Es waren wohl die ersten Ermüdungserscheinungen. Zumindest blieben die Reihen am dritten Tag der Mercedes-Benz Fashion Week zunächst noch recht dünn besetzt. So sorgten statt der prominenten Gäste vor dem Laufsteg die Models selbst für Aufsehen. Bei Anja Gockel etwa bewies Stil-Ikone Vera von Lehndorff alias Veruschka, dass Stil kein Alter kennt. Ausdrucksstark präsentierte die 72-Jährige die Entwürfe, erhielt dafür den meisten Applaus. Auch Franziska Knuppe wollte einmal wieder ihrem eigentlichen Beruf nachgehen. Statt sich selbst auf dem roten Teppich inszenierte sie deshalb die Kreationen des Labels Blacky Dress. Den ersten Andrang um die begehrte Front Row gab es dann am Nachmittag. Die Schau von Kilian Kerner ließen sich Eva Padberg, Nazan Eckes und Eva Hassmann nicht entgehen. Die Schauspielerin, die im November die Trennung von Komiker Otto Waalkes bekannt gab und seitdem in Berlin wohnt, kam mit einer Freundin. „Ich genieße mein Singleleben“, erzählte sie – und dementierte damit Gerüchte, nach denen sie bereits seit längerem einen neuen Partner haben soll.

Einen kurzen (Werbe-)Auftritt hatte Boris Becker mit seinem Sohn Noah, der am Mittwoch seine Volljährigkeit feierte. Beide posierten vor einer ausgestellten Limousine, ehe sich der Ex-Tennisstar allein in die VIP-Lounge verzog. Becker nutzte die Gunst der Stunde und ließ sich vor der Show des Labels Beautyberry fachmännisch von Starfriseur Wolfgang Zimmer beraten. Samt Sohn, aber ohne seine bereits abgereiste Frau Lilly, besuchte er am Abend dann jenes Event, das für die meisten Prominenten den Höhepunkt der gesamten Modewoche bildet: die StyleNite, zu der Michael Michalsky ins Tempodrom in Kreuzberg geladen hatte.

Einmal mehr bewies Michalsky, dass er ein Meister der Inszenierung ist. Überdimensionale Leinwände, Live-Musik - das Publikum war begeistert. Seine Models trugen sanfte Pudertöne mit gerader Schnittführung. Modern und dennoch klassisch. Der Hingucker: eine transparente Bluse, die das Model ohne Unterwäsche präsentierte.

Angetan vom Wirken des Designers äußerte sich Regisseur Oskar Roehler bereits vor der Veranstaltung. „Michalsky hat eine enorme Fantasie“, lobte der Filmemacher, der mit seiner Frau, Kaviar-Gauche-Designerin Alexandra Fischer-Roehler, kam. Beide waren in Weiß gekleidet – und hätten um Mitternacht auf Roehlers 53. Geburtstag anstoßen können. „Ich mache mir aber nicht viel daraus“, sagte er.

Für das meiste Getuschel sorgte Moderator Joko Winterscheidt, der nach wie vor als Nachfolger von Thomas Gottschalk beim ZDF gehandelt wird. Er wollte sich dazu nicht weiter äußern. Einen besonderen Star begrüßte Michalsky schon Stunden vor seiner eindrucksvollen Schau. Miss Piggy, die Schweinedame aus der Muppet Show, ließ sich von ihm ein Kleid anpassen.

BMO