„Unbedingt früh kommen, es wird richtig voll“, sagte die Sprecherin der Modemesse Bread & Butter (B&B) am Nachmittag, und recht sollte sie behalten. Zum Auftakt der Tradeshow für Street- und Urbanwear luden die Veranstalter am Dienstagabend in die Columbiahalle, die in Laufnähe zum Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof liegt, auf dem bis zum kommenden Freitag 80.000 internationale Besucher erwartet werden.
Nur etwa 4000 davon, darunter auch ein paar Hundert „Normal-Berliner“, die die Tickets gewonnen hatten, gelangten ins Innere. Riesengedränge am Columbiadamm. Beeilen musste man sich aber nicht, richtig los ging es erst gegen 22 Uhr. Da kam Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, stilecht in Jeans gekleidet, auf die Bühne und moderierte B&B-Chef Karl-Heinz Müller auf Englisch an. „Wir sind sicher, dass die B&B in Tempelhof ein Erfolg wird“, sagte Wowereit. ,,Das wird ein Knaller!“ Dann machten die beiden Platz für den Auftritt des so erfolgreichen Schwedenimports Mando Diao. Die fünf Jungs, die in Deutschland mit ihrem Hit „Dance with Somebody“ auch einem breiten Publikum bekannt geworden sind, sind bekennende Berlin-Fans. „Wir waren so oft hier, dass wir es gar nicht mehr zählen können“, hatte Frontmann Björn Dixgard vor kurzem erzählt. Manche Fans wüssten mittlerweile sogar schon, in welchen Clubs man die Band-Mitglieder hier treffen könne.
Das Musikunternehmen Universal Music, bei dem die Band unter Vertrag ist, nutzte die Gelegenheit, um in einer Extra-Lounge sein neues Label „Rock&Rebellion“ zu präsentieren. Dabei handelt es sich um eine 30-teilige Männer- sowie 20-teilige Accessoire-Linie. Wichtigstes Merkmal: Rock-Motive und Logos weltbekannter Bands und Künstler wie zum Beispiel Guns N'Roses, Ramones, Led Zeppelin oder Slayer. Und natürlich Mando Diao. ,,Wir finden, dass Musik und Mode wunderbar zusammenpassen“, sagte Frank Briegmann, CEO von Universal. Die Shirts sollen Ende des Jahres in den Handel kommen. In der Lounge gesichtet: Schauspielerin Heike Makatsch und Boxer Wladimir Klitschko.
Vor Beginn der Eröffnungsparty hatten sich am Columbiadamm Vertreter des Aktionsbündnisses „be-4-tempelhof.de“ zu einer Protestkundgebung versammelt. Man wollte dem Standpunkt Ausdruck verleihen, dass die Messemacher an ihrem neuen Standort Flughafen Tempelhof nicht willkommen seien. Die Party-Besucher ließen sich davon nicht stören. Übrigens auch nicht von heftigen Regengüssen.





