Die Fashion Week ist an ihrem letzten Tag recht gemächlich am Bebelplatz ausgeklungen. Nur noch drei Modenschauen standen auf dem Programm. Obwohl man manchem den Modemarathon der vergangenen Tage ansah, und einige Fachleute von Presse- und Einkäuferseite bereits nach Düsseldorf weitergereist waren, wo die Messe CPD stattfindet, waren die Präsentationen gut besucht.
Viel beachtet war die Show des Berliner Labels c.neeon, die von Songs der Band Guns'n'Roses untermalt wurde. Das Designerduo zeigte farbige Blumenprints genauso wie buntes Ringelmuster - gern auch in Kombination. Die Stoffe fließend, die Schnitte gewohnt kreativ, ergänzte c.neeon seine Kreationen um Brillen des Labels Mykita und Hüte und Kappen von Rike Feuerstein.
Während die einen noch daran dachten, wie sie ihre Mode perfekt inszenieren können, zogen andere bereits Bilanz. Und die kann sich sehen lassen: Nach mehr als 15.000 Besuchern in der vergangenen Saison, wurden in dieser Woche laut Veranstalter IMG mehr als 18.000 gezählt. Journalisten und Einkäufer seien nicht nur aus ganz Europa angereist, sondern auch aus Brasilien, China, Japan und Russland.
Viele Fachjournalisten
"Wir blicken auf eine sehr erfolgreiche vierte Saison der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin zurück", sagte Maia Guarnaccia, Vice President IMG Fashion Europe. "Besonders haben wir uns über die hohe Qualität der gezeigten Kollektionen und das große Medienecho gefreut. Während in der ersten Saison noch eine gewisse Skepsis zu spüren war, reisten nun alle Chefredakteure der Fachpresse persönlich an und äußersten sich sehr positiv über die Entwicklung der Veranstaltung."
Tatsächlich konnten sich viele Designer auch über den Besuch der Chefredakteurinnen der Zeitschriften Vogue und InStyle freuen. "Alle sind schon jetzt gespannt auf die nächste Saison im kommenden Juli und ließen keinen Zweifel daran, dass sie wieder dabei sein möchten, wenn die fünfte Mercedes-Benz Fashion Week Berlin auf den Bebelplatz zurückkehren wird", so Guarnaccia.
Zufrieden zeigte sich auch der Titelsponsor: "Wir freuen uns, dass die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin sich nunmehr fest im internationalen Schauenkalender neben New York, Paris und Mailand etabliert hat", sagte Kristina Hammer von Mercedes-Benz.
Abgesehen vom medialen Interesse ist natürlich in erster Linie von Bedeutung, wie viele Einkäufer vor Ort waren. "Wir haben etwa 17.000 Besucher bei uns gehabt", sagte Anita Tillmann, Geschäftsführerin der Modemesse Premium. "Wir hatten zunächst Bedenken, wegen der parallel stattfindenden CPD in Düsseldorf, tatsächlich kamen aber sogar ein paar mehr als im Januar des vergangenen Jahres." Die Besucher hätten die Qualität des Angebots gelobt, manche Aussteller bis zu 40 Neukunden gewonnen.
Abläufe in Berlin haben sich weiter professionalisiert
Was die Ankündigung der nach Berlin zurückgekehrten Messe Bread & Butter angeht, diese im Juli rund zwei Wochen früher als die Fashion Week stattfinden zu lassen, sagte Anita Tillmann: "Grundsätzlich ist klar, dass wir uns auf einen gemeinsamen Termin einigen werden." Welcher dies allerdings sei, müsse noch geklärt werden. Die Premium habe jedenfalls jetzt schon rund 60 Prozent der Flächen für kommenden Juli vermietet. "Wir bringen schon die Qualität mit, wenn jetzt noch die Frequenz dazukommt, freuen wir uns."
Den Auftakt der Fashion Week hatte die Show von Boss Black am vergangenen Mittwoch gemacht. Boss-Kommunikationschef Philipp Wolff resümierte: "Die Abläufe in Berlin haben sich weiter professionalisiert. Es herrschte nicht mehr so eine große Aufregung." Auch beim nächsten Mal werde man sicher wie jetzt mit dem Tropenhaus eine spektakuläre Location finden.
Die Berliner Designerin Zerlina von dem Bussche hatte am Freitag die Kollektion ihres Labels "Sisi Wasabi" am Bebelplatz präsentiert. Sie freute sich über die anwesende Fachpresse, vor allem aber natürlich über diejenigen, die ihre Mode orderten. Dies passiere momentan gerade auch im eigenen Showroom in Düsseldorf. "Das Tolle ist, dass ich mittlerweile eine eigene Vertriebsleiterin habe, die sich vor Ort darum kümmert." Somit könne sie sich voll und ganz auf die nächste Kollektion konzentrieren. "Ich bin jetzt schon vom Kopf her ganz im nächsten Sommer", so von dem Bussche. Dass sie dann an der Fashion Week teilnehmen möchte, steht für sie fest. Mal sehen, wie sich das mit ihrem Privatleben vereinbaren lässt: zu Ostern soll ihr nächstes Kind kommen.






























