Gemütlich schlenderten die Besucher gegen Mittag durch die verschiedenen Hallen und thematisch voneinander getrennten Bereiche wie die „Green Area“ mit ökologischen Labels oder die erweiterte Sparte „Überdenim“. Freundliche Gesichter überall. Aber eine strahlte ganz besonders.

Die 31-jährige Frida Weyer aus Berlin war gerade mit dem Nachwuchspreis der Messe ausgezeichnet worden, der es ihr erlaubt, in der kommenden Saison auf einer größeren und vor allem gesponserten Standfläche ihre Mode zu präsentieren. „Dabei habe ich erst vor drei Monaten so richtig angefangen“, so die Absolventin der Modeschule Esmod, die gerade am Vortag am Bebelplatz am Nachwuchspreis „Designer for Tomorrow“ teilgenommen und leer ausgegangen war. Allerdings auch sehr viel Lob für ihre so eleganten wie extravaganten Roben bekommen hatte. „Die habe ich alle bei mir in meiner 70-Quadratmeter-Wohnung per Hand genäht“, erzählt sie.

Wenn man versuchen möchte, Trends für die Herbst/Winter-Saison 2009/2010 auszumachen, so gehört Farbe sicherlich dazu. Nicht nur bei der Kleidung, sonder auch bei Schuhen und Accessoires. Lohnenswerte Anschaffung zum Aufpeppen langweiliger Outfits sind immer noch bedruckte Tücher.

30 Jahre alte Originale

Besonders farbenfroh ging es an dem Stand von Vintage Love zu. Eine unglaubliche Geschichte steckt hinter diesem ganz jungen Berliner Label, das man noch fast gar nicht so nennen kann. Karolina Preis, Studentin am Lette-Verein, entdeckte auf Gran Canaria in einem ehemaligen Modegeschäft noch original in Cellophan verpackte Kleidungsstücke, die 30 Jahre alt sind. Wilde Muster und Farbkombinationen, die alle aussehen wie Retro-Stil, aber sich tatsächlich auf echten und noch nie getragenen Kleidern, Blusen, Mänteln und Jacken befinden. „In dem Lager fanden sich zwischen 5000 und 10.000 Teile“, sagte Freund und Geschäftspartner Frank Spindler.

Auf der Premium durften die beiden die Stücke ausnahmsweise nicht nur verkaufen, sondern konnten auch lohnenswerte Kontakte knüpfen. „Wir hatten eine super Resonanz“, so Spindler. Besonders großes Interesse sei aus Italien, Spanien und Frankreich gekommen. Sogar Stylisten und der Fernsehsender Arte hätten schon angefragt, weil die Geschichte so spannend sei. Nun wolle man überlegen, wie man die Marke ausbauen kann. Hilfe dafür sei auch schon angeboten worden.