Die Macht der Ratingagenturen in der Finanzkrise erzürnt sogar Modezar Karl Lagerfeld. „Wer sind diese Menschen?“, echauffierte sich der Designer am Rande einer Chanel-Modenschau in Paris. „Wer hat sie in diese Position gebracht, A-Noten zu vergeben? Man kennt sie nicht einmal.“

Lagerfeld, der seit Jahrzehnten als Modeschöpfer für Chanel arbeitet, verteidigte außerdem den Luxus in Zeiten der Krise. „Es kommt überhaupt nicht in Frage, sich in dieser allgemeinen Verdrossenheit gehen zu lassen“, sagte er. Die Branche gebe außerdem vielen Menschen einen Arbeitsplatz.

Zu der exklusiven Chanel-Schau außerhalb der Modewochen waren knapp 200 Menschen geladen. Getreu dem Motto „Anti-Verdrossenheit“ konnten sie sich neben der Mode auch an ausschweifender Dekoration erfreuen – etwa an Leuchtern und Bonbonnieren aus Kristall, silbernen Tellern und einer kleinen elektrischen Eisenbahn, die auf den Tischen Whiskygläser umherfuhr.

Lagerfeld verkauft Kollektion übers Netz

Zugleich hat der Modeschöpfer bekannt gegeben, dass er für den Online-Händler Net-a-Porter eine neue Kollektion entwerfen wird. Sie soll vom 25. Januar an unter dem Markennamen Karl exklusiv über das Internet verkauft werden, kündigten Lagerfeld und das Unternehmen auf der Internet-Konferenz LeWeb'11 in Paris an.

Außerdem demonstrierte Lagerfeld, wie er Mode auf einem iPad-Tablet entwirft. Die in Großbritannien ansässige Firma Net-a-Porter ist darauf spezialisiert, Mode bekannter Designer online zu verkaufen.

AFP/dapd/kami