Kollektion "Karl"

Karl Lagerfeld will massentauglich werden

Modezar Karl Lagerfeld will seine eigene Marke vorantreiben: Der Designer mit dem silbernen Zopf und der dunklen Brille will Herren- und Damenmode sowie Accessoires ab Januar via Internet verkaufen. Luxusartikel sollen so auch für den mittleren Geldbeutel erschwinglich werden.

Foto: AFP

Modeschöpfer Karl Lagerfeld will mit einer erschwinglichen Kollektion namens „Karl“ die Herzen der Massen erobern. Das neue Logo werde mit der unverkennbaren Silhouette des Chefdesigners von Chanel – ein Kopf mit dunkler Brille und Haarzopf – gestaltet, teilte die Lagerfeld-Gruppe am Montag mit. Neuer Direktor Marke werde der Deutsche Pier Paolo Righi, der zuvor bei Nike und Tommy Hilfiger tätig war.

Lagerfeld will zunächst im Frühjahr 2012 mit einer Damen-Kollektion und den passenden Accessoires starten. Die Herren-Kollektion der mehrheitlich dem europäischen Apax-Fonds gehörenden Karl Lagerfeld-Gruppe soll dann später folgen. Der Verkauf werde zunächst über die Internet-Plattform Net-a-porter abgewickelt, bis Lagerfeld seine eigene e-commerce-Website entwickelt hat.

„Wir arbeiten an einer Menge interessanter Ideen, bei denen es sich darum dreht, Luxusartikel erschwinglich zu machen“, sagte Lagerfeld. Rund 100 Artikel der Marke „Karl“ sollen für einen Preis zwischen 60 und 300 Euro im Internet angeboten werden. Außerdem soll ab Herbst 2012 die Marke „Karl Lagerfeld Paris“ mit Produkten zwischen 300 und 1500 Euro an den Start gehen.

Die neue Modelinie soll später auch in ausgewählten Boutiquen weltweit vertrieben werden. Ergänzt werden soll das Angebot um eine weitere Prêt-à-Porter-Linie namens „Karl Lagerfeld Paris“, diese soll aber erst im Herbst 2012 vorgestellt werden.

Lagerfeld – nach unterschiedlichen Angaben 71 oder 76 Jahre alt - ist immer wieder für eine Überraschung gut. Bereits 2004 entwarf er eine Kollektion für die schwedische Modekette H&M, die Kunden rissen sich förmlich um die Stücke. Anschließend zeigte Lagerfeld sich allerdings verärgert. Es sei peinlich, dass H&M durch die Limitierung der Auflage so viele Leute verstimmt habe, klagte er. Das Hauptaugenmerk von Lagerfeld galt in den vergangenen Jahren gehobenen Prêt-à-Porter-Kollektionen und der Haute Couture.

„König Karl“ hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass er nach Jahrzehnten in der Luxusklasse den Massenmarkt mit einer eigenen Marke erobern wolle. Der deutsche Designer, der seit rund 30 Jahren für Chanel als Modeschöpfer arbeitet, wollte seine luxuriöse Prêt-à-porter-Marke Karl Lagerfeld „kommerzieller“ machen.

Der Geschäftsführer der neuen Lagerfeld-Marke, Pier Paolo Righi, sprach von einer „großartigen Gelegenheit.“ Lagerfeld sei weltweit ein großer Name, der jede Altersgruppe anspreche. Righi kündigte größere Investitionen an, darunter Büros in New York und Amsterdam. Einzelheiten nannte er nicht.