Eigentlich wollten wir an dieser Stelle einen ausfühlichen Bericht liefern von der Herrenmodewoche in Mailand. Dort zeigten die Designer ihre Kollektionen für Frühling und Sommer 2010. Allein, viel Neues ist den Designern nicht eingefallen; bis auf einige Farbtupfer – man könnte sie als brasilianisch oder afrikanisch inspiriert ansehen – hat sich an den Schnitten von Hosen, Jacken, Anzügen und Cardigans nicht viel geändert. Aber irgendetwas war dann doch auffällig: Wo man hinsah, spazierte nackte Haut über den Laufsteg. Allerdings nicht irgendwelche – der Fokus lag klar auf Dekolleté und Beinen.

Ob bei Emporio Armani, Iceberg, Dolce & Gabbana oder Etro – alle Designer hatten ihren Models das Hemd mindestens bis zum Bauchnabel aufgeknöpft. Oder ihnen zumindest ein Oberteil mit so tiefem V-Ausschnitt übergestreift, dass "obenrum" alles zu sehen war: In der Regel eine kaum gebräunte, durchtrainierte und vollkommen haarlose Männerbrust. Es gab allerdings auch einige wenige Designer, die ihre Models im Oberkörperbereich relativ zugeknöpft ließen – die zeigten dann allerdings jede Menge Bein, das selbstverständlich ebenso glatt rasiert war wie die Brust.

Nach einem Winter, der für die Herrenmode überwiegend unförmigen Schlabberlook vorsieht, dürfen sich Männer im kommenden Sommer also wieder entblößen. Kein Ausschnitt wird zu weit, kein Höschen zu knapp sein. Der metrosexuelle Mann, zwischenzeitlich schon totgesagt, feiert ein grandioses Comeback. Nur Körperhaare, sie sind in Zukunft auch bei Männern tabu.

lha