Sing-Offs

„The Voice“: Warum eine Kandidatin ihren Auftritt unterbrach

Eine Favoritin, die aber enttäuscht, und ein politisches Statement auf der Bühne von „The Voice of Germany“: Das waren die Sing-Offs.

Alice Merton beantwortet die meistgegoogelten Fragen über sich
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Berlin. Nächste Runde und ein Schlag neue Klamotten heißt es am Sonntagabend bei „The Voice of Germany“. Den Jogginganzug hat Sido mittlerweile gegen ein Burberry-Strick-Oberteil eingetauscht. Doch auch bei den Kandidaten wurde nicht gespart.

So tritt der erste Kandidat Nicolas Granados aus Alice Mertons Team etwa im galaktisch wirkenden Jeans-Outfit, kombiniert mit blauem Lidschatten, mit dem Song „If I Can’t Have You“ auf. Für seine gesanglich sichere und performerisch überzeugende Leistung bietet ihm Alice einen „Hot Seat“ an.

Und auch abseits von Klamotten bot diese Ausgabe von „The Voice“ reichlich Gesprächsstoff. Das lag allerdings an einem beherzten Auftritt einer Kandidatin. Oxa nutzte ihren Auftritt dazu, ein politisches Statement abzugeben und wurde dafür nicht nur von der Jury gelobt. Auch Nutzer im Internet zeigten sich gerührt.

„The Voice“-Kandidatin mit Statement auf Bühne – Das muss man wissen:

  • Auf der Bühne hat eine „The Voice“-Kandidatin ihren Auftritt unterbrochen
  • Sie nutzte den Moment, um ein politisches Statement abzugeben
  • Die Coaches zeigte sich begeistert
  • Auch die Nutzer sind gerührt von dem Auftritt

„The Voice“-Coaches bekommen prominente Unterstützung

In der ersten Ausgabe der Sing-Offs entscheiden die Coaches Alice Merton und Mark Forster, mit welchen Talenten sie ins Halbfinale ziehen wollen. Dafür gibt es die zwei Hot Seats. Wer am Ende des Sendung noch dort sitzt, ist eine Runde weiter. Aus zehn Talenten pro Team müssen die Teams auf zwei reduziert werden.

Bei dem Coaching gibt es wie in den vorherigen Jahren auch wieder prominente Unterstützung: Als Gast-Coach wird Team Alice bei den Vorbereitungen von OneRepublic-Frontmann Ryan Tedder („Apologize“) unterstützt. Mark setzt auf weibliche Verstärkung: Ihm steht Singer-Songwriterin Natasha Bedingfield („Soulmate“) zur Seite.

Schwacher Beginn der Sing-Offs

Mit soliden, aber stimmlich eher schwachen Kandidaten beginnt die Sendung, was dafür sorgt, dass es erstmal wenig spannend wird, da schon zu erwarten ist, dass die Hot Seats ausgetauscht werden, die nach den ersten drei Auftritten von Noemi Treude und Nicolas Granados besetzt sind.

Für einen ersten Höhepunkt sorgt Bastian Springer mit seiner Performance „Come home“ – ein Song von dem Gast-Coach höchstpersönlich. Der 21-Jährige, der in den Battles für einen Eklat sorgte, da er vor seinem Auftritt zu tief ins Glas schaute und gesanglich nicht 100 Prozent abliefern konnte, überzeugt diesmal nicht nur Ryan Tedder und Alice Merton, sondern auch die restlichen Coaches.

Fünf Fakten zu "The Voice of Germany"
Fünf Fakten zu The Voice of Germany

„Du bist einfach einer der krassesten Sänger, der hier in der Staffel ist“, erklärt Sido, der sich in den Battles gegen Bastian entschied. Nur aufgrund Alices Steal Deals schaffte dieser es in die „Sing Offs“. „Du hast die krasseste Entwicklung gemacht. Ich will dich!“, erklärt Alice und lässt Nicolas weichen, damit Bastian Platz auf den Hot Seats nehmen kann.

Team Alice Merton überrascht

Insgesamt überrascht Alice, denn alle Talente haben sich hörbar entwickelt. Team Alice ist stärker als erwartet. Auch wenn schon vorher klar war, dass Alice mit Claudia Emmanuela Santoso die Top-Anwärterin auf den Titel coacht, enttäuscht gerade ihr Auftritt. Mit „Run“, der im Original nicht von Leona Lewis ist, wie Ryan Tedder behauptet, sondern von der Band Snow Patrol, wird ein breites gesangliches Spektrum abgefragt.

Das hat die 18-Jährige zwar, jedoch zeigt sie erstmals Unsicherheiten in der Intonation. Dennoch sind die Coaches begeistert: „Das ist finalwürdig“, kommentiert Mark Forster. Selbst Moderator Thore Schölermann meint, sowas habe er in acht Jahren „The Voice“ noch nicht gesehen. „Heute habe ich das erste Mal gemerkt, dass du ein Mensch bist. Als du rausgekommen bist, habe ich deine Aufregung gemerkt“, sagt Sido.

Erwartungsgemäß kommt die 18-jährige Studentin eine Runde weiter. Neben ihr darf Mariel Kirschal in das Halbfinale einziehen. Die jüngste Sängerin der Staffel überzeugt mit „Wicked Game“. „Es ist immer schwierig, mit einem Klassiker vollends zu überzeugen“, sagt Ryan Tedder noch im Coaching.

Doch bei der Sendung zeigt die 16-Jährige, wie sehr sie sich innerhalb der kurzen Zeit entwickelt hat - auch wenn in den Höhen ein, zwei Töne, nicht perfekt sitzen. „Wow“, kommentiert Rea Garvey. Auch Alice erklärt, wie sehr sie ihr Timbre liebt.

Mark Forsters Team enttäuscht

Im Vergleich dazu enttäuscht Mark Forsters Team. Da kann auch Gast-Coach Natasha Bedingfield nichts dran ändern. Stefanie Stuber etwa tritt mit der Ballade „Broken“ auf. Zuvor sang sie vor allen Dingen Rock-Nummern. „Sido, hats dir gefallen?“, fragt Moderatorin Lena Gercke.

Das sind alle Gewinner von "The Voice of Germany"
Das sind alle Gewinner von The Voice of Germany

„Nein. Ich hatte dich stärker in Erinnerung“, erklärt er. Auch in den Sing Offs schmeißt der Rapper den Kandidaten sehr direkt und ehrlich seine Kritik an den Kopf. Was manchmal gefühlskalt wird, ist in den Sing Offs vor allen Dingen erfrischend. Natürlich ist es nicht schön, gesagt zu bekommen, dass man nicht überzeugt hat. Aber was bringt es, den Talenten Honig um den Mund zu schmieren, wenn sie dann scheinbar grundlos doch rausfliegen.

Am Ende sitzen Fidi Steinbeck und Oxa auf den Hot Seats für Team Mark und ziehen damit in das Halbfinale ein. Trotz unpassenden Songs – da sind sich alle Coaches einig – entscheidet sich Mark Forster für Fidi Steinbeck, die mit „Lila Wolken“ nicht ihren stärksten Auftritt hat. „Das Cello war dir ein Klotz am Bein“, meint Sido. Tatsächlich hat man den Eindruck, dass die Cellistin gerne die Bühne nutzen würde. Stattdessen sitzt sie wie gefesselt hinter ihrem Cello.

Politisches Statement auf der Bühne von „The Voice“

Im Kontrast dazu steht die Performance von Oxa. Mit Hut und skurrilem schwarzen Etwas, das mehr an eine mehrstöckige Hochzeitsorte erinnert, als einen Mantel, eröffnet sie auf dramatische Art ihren Auftritt. Und da Ausziehen ihr Ding zu sein scheint, entblößt sie auch heute wieder ihren Body. Diesmal ist er nur neongrün, beinlos und dekoriert mit schwarzen Leder-Strapsen.

„Hört auf, meine Schwestern und Brüder zu töten!“, verlangt sie mit blutigem Gesicht. Sie kniet sich auf den Boden, die Musik pausierte für diesen Moment. Dafür unterbricht sie ihren Gesang von „Born This Way“. Alice blickt sich irritiert um. „„Wenn ihr die Welt ändern wollt, ändert eure Einstellung. Wir wurden lange genug verstoßen, genötigt oder verspottet“, fährt Oxa fort, lacht und führt den Song zu Ende.

Oxa wird für Auftritt gefeiert

Die Coaches sind begeistert von dieser Show, doch fragt man sich, was aus der Sendung wird, wenn in Zukunft jedes Talent seine politische Meinung auf der Bühne äußert. „Was für ein unfassbarer letzter Auftritt“, sagte Moderatorin Lena Gercke. Und die Nutzer? Auch sie sind gerührt von dem Auftritt. Hier eine Auswahl der Kommentare:

  • „Eigentlich bin ich ja kein Freund von Castingshows, aber ich muss zugeben, dass The Voice of Germany es mir angetan hat.“
  • „Ich bin gerade so gerührt von einem Auftritt bei ‘The Voice of Germany’.Einfach stark, Oxa! Das nenn ich Statement, weiter so!“
  • „Was für ein Auftritt“

Mit Spannung erwartet man die zweite Sendung der Sing-Offs, die diesmal nicht am Donnerstag, sondern am Sonntag stattfinden wird. Dabei treten die Talente von Rea Garvey und Sido auf.

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