Wiederholungen und Best-of-Zusammenschnitte haben im Fernsehsommer Inflation. Aber das, was ProSieben als Showsensation am Samstagabend anpreist, ist schon dreist: Die „Gameshow Konferenz“, die laut Sender „die besten Spiele, größten Highlights und spannendsten Entscheidungen“ zeigt, ist lediglich ein Aufguss alter Formate.
Das Konzept funktioniert so: Elmar Paulke (47), vor allem Dart-Fans als Kommentator beim Sportfernsehen bekannt, schaltet in Form einer Fußballkonferenz zwischen verschiedenen Studios hin und her. Er sagt dann Sätze, wie Radiohörer sie von Bundesliga-Übertragungen kennen – „Ich höre, in Köln passiert gerade etwas, wir übergeben schnell an Ron Ringguth“. Was dann folgt, ist allerdings kein live ausgetragener Wettkampf wie sonst bei „Schlag den Star“, sondern eine Konserve.
Beste Sendezeit
Man sieht Ausschnitte aus längst versendeten Shows: der vor einem Jahr ausgestrahlten Kickershow „Das ProSieben Länderspiel“, der „Promi Darts WM“ vom Januar sowie der alten Joko-und-Klaas-Shows „Teamwork“ und „Mein bester Feind“.
Die sportlichen Wettkämpfe diverser Fernsehgesichter werden kommentiert von Ron Ringguth (51), Frank Buschmann (52) und Wolff-Christoph Fuss (41). „Mehr Promis“, behauptet ProSieben vollmundig, „gab es am Samstagabend noch nie.“ Tatsächlich füllt ProSieben nun auf äußerst kostengünstige Weise vier Stunden Programm zur besten Sendezeit. Sieht so die Zukunft der Samstagabendshows aus?
Junge Unterhaltung
Wie man das ehemals stolze Genre auch präsentieren kann, beweist parallel im Ersten Guido Cantz (45). Als er vor sieben Jahren „Verstehen Sie Spaß?“ vom Unterhaltungsveteranen Frank Elstner (75) übernahm, verpasste er dem leicht angestaubten Format eine Verjüngungskur, ohne den familiären Charakter aufzugeben.
Nachdem „Wetten dass..?“ eingestellt wurde, ist „Verstehen Sie Spaß?“ mittlerweile die letzte große Samstagabendshow. Zwar wird sie inzwischen nur noch viermal im Jahr gesendet. Doch die Quoten sind stabil. Sogar das ganz junge Publikum kennt „Verstehen Sie Spaß?“, obwohl es kaum noch klassisch fernsieht. Die kurzen Clips mit der versteckten Kamera sind internettauglich, der Youtube-Kanal verzeichnet „für eine ARD-Show unglaubliche“ Abrufzahlen, wie Cantz sagt.
Viel Sitzfleisch
An diesem Samstag gibt es eine kleine Besonderheit: Cantz geht seinem eigenen Team in die Falle. Sängerin Yvonne Catterfeld (37) spielt den Lockvogel, sie gaukelt Cantz während einer vermeintlichen Aufzeichnung eines Einspielfilms vor, dass einfach nichts klappt – unerklärliche Ton- und Bildstörungen inklusive. Neben Catterfeld sind Comedian Bully Herbig (49) und Ex-Fußballer Mario Basler (48) eingeladen.
ProSieben mag mehr Promis aufbieten. Für einen gemütlichen Fernsehabend mit der Familie reicht Cantz’ Aufgebot allemal. Nur eines verbindet die beiden Konzepte – mit knapp vier (ProSieben) beziehungsweise drei Stunden (ARD) Sendezeit fordern die Shows dem Publikum viel Sitzfleisch ab.
K ProSieben, 20.15 Uhr/ARD, 20.15 Uhr


