Radio und TV

Was sich mit der neuen Intendantin beim RBB alles ändert

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg steckt in einer Krise. Die neue Intendantin des RBB-Fernsehens will den Sender mit einer Reform retten.

Die Journalistin und Fernsehmoderatorin Patricia Schlesinger trat die Nachfolge von Dagmar Reim als Intendantin des rbb an © rbb/Oliver Ziebe

Die Journalistin und Fernsehmoderatorin Patricia Schlesinger trat die Nachfolge von Dagmar Reim als Intendantin des rbb an © rbb/Oliver Ziebe

Foto: Rundfunk Berlin-Brandenburg

Kein Fernsehsender unter den Dritten der ARD hat so schlechte Marktanteile wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Nun ruhen alle Hoffnungen auf ihr - die neue Intendantin des RBB, Patricia Schlesinger, soll das das schwächelnde Fernsehprogramm des Senders grundlegend reformieren. „Wir haben mit dem Fernsehen zuletzt eine Durststrecke erlebt“, sagte Schlesinger am Donnerstag. „Die möchten wir überwinden."

Interview: Neue Intendantin beim RBB: „Da geht noch mehr“

Dass das regionale Fernsehprogramm zwischen der Metropole Berlin und dem ländlichen Brandenburg Probleme hat, ist schon länger bekannt. Der RBB liegt dieses Jahr im Vergleich der Marktanteile mit den anderen Dritten auf dem letzten Platz, hinter dem WDR. Im eigenen Sendebereich hatte der RBB dieses Jahr nach Messungen der GfK-Fernsehforschung bislang 5,4 Prozent Marktanteil (bis 28. September) - im gesamten Vorjahr waren es 6,3 Prozent.

Das rbb-Fernsehprogramm soll ab Frühjahr 2017 geändert werden. „Wir schärfen mit neuen Akzenten am Hauptabend unser Profil“, so Schlesinger. Laut Programmdirektorin Claudia Nothelle soll der Grundstein für ein neues RBB-Fernsehen gelegt werden. „Dazu wollen wir zwei völlig neue Sendungen produzieren und im Laufe des nächsten Jahres acht weitere Formate überarbeiten.“

Verbrauchermagazin, Doku-Serien - Neue Formate für Primetime

Für Montag 20.15 Uhr, ist ein neues, multimediales Verbrauchermagazin geplant, das im ersten Quartal entwickelt werden soll. Im Frühjahr/Frühsommer kommt donnerstags um 20.15 Uhr ein neues Format mit gesellschaftspolitischen Themen hinzu - „gern auch mit einem satirischen Blick“, wie der Sender erläutert.

Am Montag, 21.00 Uhr, soll es einen festen Sendeplatz für Doku-Serien geben. Neue Wege will der RBB auch in der investigativen Berichterstattung gehen. Der multimediale Reporter-Pool soll gestärkt werden. Das absehbare Aus kommt für „Stadt, Rad, Hund“ mit Bettina Rust sowie „Bücher/Köche und Moor“ und „Bauer sucht Kultur“ mit Max Moor.

Aus dem regionalen Geschichtsmagazin „Theodor“ wird den Plänen zufolge ein neues Hauptabend-Magazin. Der Arbeitstitel lautet „Erlebnis Geschichte“. Für das Magazin sollen weiter die Redaktionen in Frankfurt (Oder) und Cottbus zuständig sein. Ebenfalls überarbeitet wird „Täter - Opfer - Polizei“ mit Uwe Madel. Die Sendung soll wie der „Theodor“-Nachfolger ebenfalls vom Wochenende in den Hauptabend wechseln.

Die Kosten für die Reformen bezifferte der RBB auf fünf Millionen Euro. Der Sender will zusätzlich rund 1,7 Millionen Euro ins TV-Programm investierten. Das Geld soll demnach aus den noch frei zu gebenden Mehrerträgen aus dem Rundfunkbeitrag kommen. Schlesinger hatte im Juli die Nachfolge von RBB-Gründungsintendantin Dagmar Reim angetreten. Zuvor arbeitete Schlesinger fast drei Jahrzehnte für den Norddeutschen Rundfunk (NDR). Die RBB-Reform 2018 soll weitergehen.