Talkshow

Til Schweiger und Anja Reschke zu Gast bei "Maischbeger"

Mit einem Talk über die Flüchtlingskrise kehrt Sandra Maischberger aus der Sommerpause zurück. Zu Gast: Til Schweiger und Anja Reschke.

Menschen bei Maischberger“ geht an diesem Dienstag (22.45 Uhr) ins 13. Jahr. Exakt eine Woche vor ihrem 49. Geburtstag kehrt Sandra Maischberger mit ihrer ARD-Talkshow aus der Sommerpause zurück. Die Journalistin war im Herbst 2003 mit der Sendung gestartet. Thema des Talks ist dieses Mal „Die Flüchtlingskrise: Politiker ratlos, Gesellschaft gespalten“.

Ihre Gäste sind „Panorama“-Moderatorin Anja Reschke, Schauspieler Til Schweiger, CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, der Wirtschaftsjournalist Roland Tichy, Asylbewerber Kazim Mohammadi und Sabine Domhan, Leiterin eines Alten- und Pflegeheims.

Für Maischberger wird sich mit der Reduzierung der ARD-Spättalks von vier auf drei Stück zu Beginn der gewohnte Rhythmus ändern. Sie rückt mit ihrer Sendung von Dienstag auf Mittwoch vor. Anne Will verlässt den Mittwoch und ersetzt am Sonntag den ausscheidenden Günther Jauch. Frank Plasberg behält mit „Hart aber fair“ seinen Platz am Montag.

Die Gäste bei "Menschen bei Maischberger"

Anja Reschke: Ihr jüngster "Tagesthemen"-Kommentar zu der Hetze gegen Flüchtlinge sorgte für Aufsehen. Die NDR-Journalistin ("Panorama"), die einen "Aufstand der Anständigen" forderte, erhielt danach große Zustimmung, aber auch offene Anfeindungen und Beschimpfungen. Anja Reschke kritisiert die Untätigkeit der Politik: "Wenn Leute vor dem Flüchtlingsheim in Freital 'Weg mit dem Dreck' schreien, dann erwarte ich schon, dass dort auch mal die Kanzlerin hinfährt und 'Finito' sagt."

Til Schweiger: "Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!" So heftig reagierte der Schauspieler und Filmproduzent auf fremdenfeindliche Kommentare, nachdem er einen Spendenaufruf für Flüchtlinge auf seiner Facebook-Seite gepostet hatte. Mit seiner Ankündigung, gemeinsam mit Freunden ein "Vorzeige-Flüchtlingsheim" im Harz zu bauen, überraschte Til Schweiger jetzt die Öffentlichkeit.

Andreas Scheuer: "Wir können nicht die ganze Welt retten", sagt der CSU-Politiker und beklagt, dass der Druck durch Flüchtlinge kaum noch auszuhalten sei. In seinem Wahlkreis in Passau kämen täglich 200 bis 300 Asylbewerber an, was deutlich über die Belastungsgrenze gehe, sagt Andreas Scheurer. Um die Zahl der Flüchtlinge zu verringern, fordert er ein rigoroses Abschieben von Wirtschaftsflüchtlingen aus den Balkanstaaten: "Wer abgelehnt ist, muss ausreisen oder wird abgeschoben!" Wer das in Frage stelle, gefährde den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Roland Tichy: "Wir müssen unterscheiden zwischen echten Flüchtlingen und Wirtschafts-Einwanderern", fordert der langjährige Chefredakteur (u.a. "Wirtschaftswoche"). Die Frage sei erlaubt: "Können wir die Leute, die zu uns wollen, auch wirklich brauchen? Wollen sie sich integrieren?" Für Roland Tichy steht fest: "Wir müssen den Flüchtlingen helfen - die Wirtschafts-Einwanderer müssen uns helfen. Wer hier arbeiten will, muss sein Können nachweisen, und das schon vor Abreise und ohne Schlepper."

Kazim Mohammadi und Sabine Domhan: Als Jugendlicher floh der Afghane aus seiner Heimat. Vor sechs Jahren kam Kazim Mohammadi nach Deutschland und landete in Schwäbisch Gmünd. Dort hat er Deutsch gelernt, einen Hauptschulabschluss gemacht und mit Hilfe von Sabine Domhan eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer gemacht. Für die Leiterin des Alten- und Pflegeheims ist der 23-Jährige unersetzlich geworden. "Es ist wichtig für uns, dass wir Pflegekräfte haben und Kazim ist mit Herzblut dabei. Die Bewohner mögen ihn sehr. Deswegen hat er von mir einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen." Doch Kazim droht die Abschiebung. Sein Asylantrag wurde abgelehnt.