Flüchtlinge

Campino ruft zum Widerstand gegen Ausländerhass auf

Gegen rechtes Gedankengut: Nach Til Schweiger hat sich nun auch Campino von den Toten Hosen in die Flüchtlingsdebatte eingeschaltet.

Campino hält Ausländerhass für ein europäisches Problem

Campino hält Ausländerhass für ein europäisches Problem

Foto: Hans Klaus Techt / dpa

Campino, Sänger der Band „Die Toten Hosen“ hat deutliche Worte zu Fremdenhass in Deutschland gefunden. Nach dem sich Schauspieler Til Schweiger in die Flüchtlingsdebatte eingeschaltet hat, setzt sich nun auch Andreas Frege, wie der Düsseldorfer Punk-Rocker eigentlich heißt, öffentlich für die Integration von Migranten ein.

Gegen Übergriffe auf Asylbewerber und Flüchtlingsheime müsse „die Staatsmacht mit aller Härte vorgehen.“ Das sagte Campino in einem Interview der Schweizer Aargauer Zeitung. „Alle reden bei uns in Deutschland immer davon, dass wir die Dummen sind, die alle aufnehmen müssen. Aber man muss das mal in Relation zu unserem Wohlstand und unserer Größe setzen, dann sieht das alles schon ganz anders aus“, erklärte der Musiker.

Er hält die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland für eine ernste Bedrohung. Campino befürchtet, dass rechtes Gedankengut „gesellschaftsfähig (wird), ohne dass jemand aufschreit. Da muss die Gesellschaft dagegenhalten.“

Zwar seien die Deutschen seiner Meinung nach eher für Fußball als für Politik zu begeistern. Politische Protestbewegungen, wie die der Punks der 80er-Jahre, hält er aber nicht für überholt. „Die Rebellion der Straße kann immer noch passieren. Gerade durch das Internet“, ist Campino überzeugt.

Erst kürzlich hatte sich Til Schweiger in die Flüchtlingsdebatte eingeschaltet. Der Schauspieler hatte Ende Juli auf seiner Facebook-Seite seinem Zorn über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland öffentlich Luft gemacht und die Politik zum Handeln aufgerufen. Der Schauspieler Til Schweiger will nun in Eigeninitiative ein privates Asylbewerberheim in einer leer stehenden Kaserne in Osterode (Niedersachsen) einrichten.