Let’s Dance

Beim Tanzen fliegt Cathy Fischer überraschend raus

Cora Schumacher, Cathy Fischer – bei der RTL-Sendung „Let’s dance“ tanzten viele Namen vor, die man von den People-Seiten kennt. Aber für Cathy Fischer hat es sich schon ausgetanzt.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Das Finale des „Dschungelcamps“ ist gerade einmal 41 Tage her. Nur etwas mehr als eine Woche ist vergangen, seit der „Bachelor“ die letzte rote Rose verteilt hat. Und noch immer staksen bei Pro7 die Mädchen von Heidi Klum bei „Germany's next Topmodel“ über den Laufsteg. Und jetzt? Ist das Jahr 2015 um ein weiteres Trash-TV-Format reicher. Seit Freitagabend läuft wieder die RTL-Tanzshow „Let's Dance“.

Es ist die achte Staffel, dieses Mal treten mit 14 Paaren mehr Kandidaten an als je zuvor. Zudem hat die Sause eine schon größenwahnsinnige Brutto-Sendezeit von fast vier Stunden. Komisch eigentlich, denn bei der letzten Ausgabe im Frühjahr 2014 waren die Quoten auf einen Durchschnitt von nicht einmal fünf Millionen Zuschauern abgesackt. RTL will es also noch einmal wissen.

Soweit, so gut. Verteilt wurden allerdings wieder die bekannt-klassischen Rollen aus Möchtegernpromis, Boulevard-Sternchen und Menschen, die die Vorsilbe Ex- vor ihrem Titel tragen. Ex-Gewichtheber Matthias Steiner zum Beispiel, Ex-DSDS-und-Ex-Dschungelcamp-Teilnehmer Daniel Küblböck, Ex-Viva-Moderatorin Minh-Khai Phan-Thi oder Cora Schumacher, frisch gebackene Ex-Ehefrau von Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher. Und dann gibt es wiederum solche, deren Namen nur die wirklich ganz eingefleischten Privatfernsehgucker kennen dürften: Panagiota Petridou oder Detlef Steves etwa, sie tauscht bei Vox alte gegen neue Autos, er pflanzt beim gleichen Sender Blümchen ein. Mehr muss man zum jetzigen Zeitpunkt über die beiden eigentlich nicht wissen.

Standing Ovations für Hans Sarpei

Ein Glück für RTL, dass der Kölner Privatsender auch Ex-Profifußballer Hans Sarpei rekrutieren konnte. Mit seinen oft witzigen und pointierten Kommentaren hat er es bei Twitter und Facebook zu Hunderttausenden Fans gebracht – ganz offensichtlich hilft ihm das auch im TV. Nach einem ambitionierten und von der Jury hoch bewerteten Cha-Cha-Cha mit der Österreichischen Profitänzerin Kathrin Menzinger gibt es Standing Ovations des Publikums, das einzige Mal an diesem Abend. Auch die Anruferzahlen am Ende zeigen: Hans Sarpei ist nach der ersten Folge dieser „Let's Dance“-Staffel Publikumsfavorit. Als erster Teilnehmer ist er eine Runde weiter.

Negativ fällt Cathy Fischer auf. Sie ist in erster Linie Lebensgefährtin von Fußballnationalspieler Matts Hummels, stellt sich dem Publikum mit den Worten „Ich bin Reporterin und Fashionista“ vor und betont naiv-plappernd, dass sie durch die Teilnahme an der Show zeigen wolle, dass sie mehr sei als nur Spielerfrau. Na sicher. Vielleicht ist es nur ein fieser Szenen-Zusammenschnitt der RTL-Regie, aber schnell wird klar: Die Frau redet bei alldem ziemlich viel – und fällt dabei nicht unbedingt durch die intelligentesten Beiträge auf.

Cathy Fischer fliegt aus der Show

Aber um einen IQ von 130 geht es bei einer Tanzshow ja auch nicht, insofern ist diese Strategie zum Weiterkommen nicht zwangsläufig die schlechteste. Getanzt hat Frau Fischer ihren Cha-Cha-Cha allerdings auch nicht so superdupergut, eher langweilig und unbeholfen. Und dann fliegt sie am Ende tatsächlich als erste Teilnehmerin aus der Show. Ziemlich schockiert sieht sie aus, als ihr das Moderatoren-Duo aus Daniel Hartwich und der alarmrot gekleideten Sylvie Meis die Schreckensbotschaft überbringen.

Zur Erinnerung: Das Prinzip von „Let's Dance“ sieht vor, dass sowohl die Punkte der Jury aus Jorge Gonzales, Motsi Mabuse und Joachim Llambi als auch die Zuschauer bedeutend sind, die für ihren Favoriten anrufen dürfen. Jeder „Star“ bekommt für seine Auftritte einen Profitänzer zur Seite gestellt.

Am Ende können sich so eigentlich alle Teilnehmer außer Cathy Fischer freuen. Also auch RTL-Punkt12-Moderatorin Katja Burkard, die bei einem Walzer ganz in Weiß und engelsgleich in den Armen ihres Galans über ein nebelwaberndes Parkett geschwebt war. Und GZSZ-Darsteller Thomas Drechsel, dessen Kostüm ihn aussehen ließ, als sei er gerade von Golfplatz gekommen. Trotz Schnappatmung nach dem Quickstep kam auch Schauspieler Ralf Bauer in die nächste Runde, Kabarettistin Beatrice Richter – mit 66 Jahren älteste Teilnehmerin – triumphierte ebenfalls. Auf der Tanzkarte für die nächste Sendung stehen sonst noch: Miloš Vuković aus der RTL-Vorabendserie "Unter uns" und eine junge Frau namens Enissa Amani, die als "Comedian-Shootingstar" firmiert.

Warum sich RTL für die XXL-Variante mit 14 Semipromis und einer Sendezeit bis null Uhr entschieden, bleibt am Ende leider absolut offen. Auch am nächsten Freitag geht die zweite Folge bis Mitternacht.