The Voice of Germany

Mit welchen Sätzen man die Stimme Deutschlands werden kann

Kurz vor dem Auftritt sagen die Kandidaten bei „The Voice of Germany“ noch einen Satz in die Kamera. Der kann sehr banal sein – oder auch sehr lustig. Wir nennen die schlimmsten und die besten.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Das wichtigste Objekt bei „The Voice“ ist der Buzzer. Je länger die Blind Auditions – also die Auftritte der Kandidaten, denen die Juroren den Rücken zuwenden – laufen, desto mehr Zeit lassen sich die Coaches, auf dieses verdammte rote Ding zu drücken. Zu drücken? Zu hauen, begeistert einzuschlagen, jubelnd mit dem Ellbogen die rote Halbkugel nach unten zu pressen. Wir zuhause buzzern längst, traktieren mit unseren Fäusten Chipstüten und Sofalehnen, während die Coaches unentschlossen ihre Finger über dem roten Plastik schweben lassen. Ja? Nein? Vielleicht? Jetzt, in der vierten Sendung, sind Rea, Samu, Stefanie, Michi und Smudo schon ganz schön verwöhnt.

Also – Schluss damit. Wir buzzern jetzt. Allerdings nicht für die schönsten Stimme. Wir buzzern für den schönsten Kandidaten-Satz.

Nein, nein, nein

Bestimmte Sätze stehen auf dem Index. Bei denen dreht sich keine Sau mehr um. Ein solcher Satz lautet beispielsweise: „Diese 90 Sekunden können mein ganzes Leben verändern.“ Gesprochen wird dieser Satz von den Kandidaten traditionell, während sie im Vorraum ängstlich auf ihren Auftritt warten. Dieser Raum, wo der Türsteher mit gekreuzten Armen vor der feuerfesten Bühnentür wacht. Und immer, total sinnlos, eine E-Gitarre an einer Box lehnt.

Nein, für so einen blöden Satz buzzern wir nicht. „The Voice“ verändert nie und nimmer ein Leben. Es ist auch nicht die größte Herausforderung in life. Oder der schönste Moment überhaupt. Entspannt euch!

Hier kommen die guten Buzzer-Sätze

Eher buzzern wir für den Psychokram. „Singen hilft mir abzunehmen“ ist beispielsweise eine wirklich irre Aussage. Außerdem, haben wir gelernt, bekämpft geträllerte Musik auch fiese dunkle Depressionen. Ach, das geht ans Herz. „Hier kann ich mich ausdrücken. Hier kann ich zeigen, wer ich wirklich bin.“ Das sind die naiven Standardsätze der Show. Zuckersüß dagegen: „Wenn ich anfange zu singen, kann ich nur an Liebe denken.“ The Voice als riesige Kuscheltherapie.

Aber auf jeden Fall gebuzzert hätten wir für das Intro des singstarken Matheprofessors Martin Scheer. „Ich will Dr. Voice werden!“ Das ist doch mal ein knackiger Satz im Vorraum. Geholfen hat er ihm leider nicht, Samu war zwar wieder kurz davor, zu drücken – tat es aber nicht. Also kein Dr. Voice. Schade.

Dann halten wir uns an DJ Calvin aus Heilbronn: „Enttäuschen ist keine Option.“ Gebuzzert, der Satz überzeugt – wir drücken und drehen uns. Und sieh an: Calvin kommt weiter. Dank der beiden von Fanta 4. Jungs, ihr habt einfach den Buzzer-Finger.

Der Erwählte

Den Vogel schießt aber der gläubige Kirk Smith ab. „Ich bin erwählt!“, sagt er im Vorgespräch selbstbewusst in die Kamera. Gott hat also seine Finger im Spiel. Und zack, alle vier rote Buzzer werden von den Coaches leidenschaftlich und mit Wucht gedrückt. Das ist die Hand Gottes - auf dem Buzzer.