The Voice of Germany

Wer ist noch mal dieser Smudo von den „Fantastischen Vier“?

Es wird wieder gesungen – die vierte Staffel von „The Voice of Germany“ läuft an. Einige Gesichter unter den Coaches kennt man noch, andere sind neu. Das Problem liegt eher bei den Kandidaten.

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Keine Sendung bemüht sich so sehr um ein ehrliches Image wie „The Voice of Germany“ – wir zeigen den Künstlern Respekt, heißt es gleich zu Anfang, und nur die Stimme zählt. Aber wer erinnert sich noch an die Gewinner der letzten Staffeln? Ivy Quainoo würde man noch erkennen, aber die anderen? Irgendwo in der Versenkung.

Auch in der vierten Staffel singen die Kandidaten also wieder fleißig gegen die umgedrehten Stühle an. Alles klingt so, wie ein knallrosa Erdbeertörtchen mit künstlichen Aromen schmeckt – eine kurze Geschmacksexplosion, dann ist der Auftritt schon vergessen und das nächste Törtchen tritt an. Großer Musik-Bubblegum. Zum Glück bleibt nach dem Schauen nichts auf der Hüfte. Nur der schale Geschmack unterhaltsamer Zeitvergeudung.

Gibt es keine Gewinner?

Nur eine Gruppe hat wirklich die Chance, diese Sendung als Sieger zu verlassen: die Coaches. „Wer ist Smudo?“, fragt die erste Kandidatin, als Michi von Fanta4 seinen neben ihm sitzenden Kumpel Smudo ins Spiel bringt. Das Mädel aus Berlin ist 17 Jahre jung, die Fantastischen Vier und ihre Hits wie „Sie ist weg“ lagen lange vor ihrer Geburt.

Was haben Smudo und Michi also zu verlieren? Nichts. Sie können nur gewinnen. Genauso wie Rea Garvey, der sonderbare Finne Samu und die Bautznerin Stephanie von Silbermond. Und allein das finnisch-irisch-sächsisch-offenbacherische Dialektgemisch der Coaches zu hören, ist unterhaltsam.

Vermisst man die alten Coaches? Die total überdrehte Esotante Nena, die besonders unterhaltsam war, wenn die coolen BossHoss-Kerle sie ausbremsten. Xavier Naidoo, der sich als überraschend unterhaltsam und schlagfertig herausstellte. Klar, die machten Spaß. Andere wie Max Herre blieben blass. Aber sie hatten ihre Zeit, jetzt sind die nächsten dran. Das geht so lange weiter, bis die Quoten fallen und das Format ausgelaugt ist. So lange wie „Wetten, dass...“ wird es ja wohl nicht laufen.

Nur auf die Ohren vertrauen

Spannend ist „The Voice“ eh nur am Anfang, wenn die Coaches ihre Kandidaten blind auswählen müssen. Danach werden die Sendungen immer langweiliger – die schräge Tatoobraut singt im Battle gegen den bärtigen Hipster an. Jeder Song im Radio klingt besser. Dann gehen die Zuschauerzahlen erfahrungsgemäß runter. Wollen sie durchstarten, müssen die Coaches jetzt reinhauen.

In der nachfolgenden Sendung red! kriegt der junge Mensch also nachgereicht, wer diese komischen Dinosaurier-Coaches in den roten Sesseln überhaupt sind. Fanta4 öffnet die Archive, Revival der frühen 90er. Es sei ihnen gegönnt, es gab viel schlechtere Musik im Land. Sie haben uns viel Spaß gemacht damals. „Da geht was. Natürlich nur bei uns“, ruft Michi, von Smudo flankiert. Die beiden alten Herren, „die RapperOpas“. Haut rein, Jungs!