Die Bundesregierung geht davon aus, dass Russland für den Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen Anfang August verantwortlich ist – das gab sie am Dienstag bekannt. Die Reaktion: Sie kündigte unter anderem an, das Generalkonsulat zu schließen. Bei „Maischberger” ist man sich einig, dass das eine „durchaus angemessene Reaktion” sei, wie es Markus Preiß, der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, formuliert.
Und: Eine Reaktion, mit der man gerechnet habe oder wie die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann sagt: „Die Reaktionen waren schon eingepreist”. Dennoch, so die Einschätzung des Zeit-Journalisten Ijoma Mangold, müsse man stets mit „Stärke und Besonnenheit reagieren und die labile Psyche Russlands einbeziehen.”
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„Maischberger“: Das waren die Gäste:
- Sigmar Gabriel (SPD), ehemaliger SPD-Vorsitzender und Außenminister
- Ricarda Lang, ehemalige Grünen-Parteivorsitzende
- Markus Preiß, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios
- Ulf Poschardt, Journalist und Autor
- Ijoma Mangold, Journalist („Zeit”)
- Nicole Diekmann, Journalistin (ZDF)

Gabriel warnt vor Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine
Auch der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hält die Sanktionen Deutschlands gegen Russland für angemessen. Allerdings wird das „Putin nicht beeindrucken“, sagt er. Putin wolle die NATO und die Europäische Union testen. Halte man zusammen, bleibt die Unterstützung für die Ukraine erhalten? „Es wird ihn hoffentlich beeindrucken, wenn wir in der NATO und in Europa zusammenhalten”, so der Politiker.
Gleichzeitig aber warnt Gabriel vor einer weiteren Eskalation im Umgang mit Putin: „Wir haben es mit jemandem zu tun, der auch in der Lage ist, notfalls in der Ukraine taktische Atomwaffen einzusetzen“. Er geht davon aus, dass „deswegen die Amerikaner auch versuchen werden, ihm rechtzeitig Zeichen zu geben, dass er die Finger davon lässt“, so der ehemalige Außenminister. Und auch den Zeitpunkt des hybriden Angriffs auf Deutschland hält Gabriel in Zeiten, in denen Deutschland eine politische Destabilisierung drohe, nicht für einen Zufall – und leitet damit selbst perfekt zum zweiten Teil der Sendung über.
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Da sitzen sich dann der Journalist Ulf Poschardt und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang gegenüber. Doch statt wirklich über die Polarisierung zu sprechen, nutzt Poschardt jede sich bietende Gelegenheit, sein neues Buch zu erwähnen. Seine These: Die grün-linke Dominanz der vergangenen Jahre sei für die vergifteten Debatten im Land verantwortlich. AfD-Wähler würden so wählen, weil sie „so durch mit dieser Kultur” seien und „keinen Bock mehr haben, dass es in der BRD so weitergeht.”
Wenn die Menschen also eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt wählen, dann solle man die Partei regieren lassen, denn sie würde es „realpolitisch nicht schaffen, ihre Versprechen zu halten. Ricarda Lang hingegen findet eine Grün-Linke-Dominanz „völlig weit weg von der Realität und völlig absurd”. Wer so spreche, verharmlose die Feinde der Freiheit, sagt sie an Poschardt gewandt. „Ich will nicht, dass zwei Millionen Menschen zu einer Spielwiese von Demokratie werden”, warnt sie. „Bei der Demokratie darf es keine Experimente geben.”





