• HBO und Warner produzieren eine neue Harry-Potter-Serie, die ab 2027 ausgestrahlt werden soll und sich enger als die Filme an den Buchvorlagen orientiert.
  • Fans diskutieren darüber, ob eine Neuverfilmung nötig ist.
  • Wir vergleichen die wichtigsten Pro- und Kontraargumente für und gegen die Serienadaption.

Im Frühjahr 2027 soll eine neue Harry Potter-Serie auf dem Streamingdienst HBO Max erscheinen. Die Dreharbeiten laufen seit Juli 2025. Durch Leaks, Setaufnahmen und offizielle Bestätigungen seitens Warner Brothers und HBO sind schon einige Details der Serie durchgesickert. Gerüchte rund um die neue Adaption der magischen Geschichte von J.K. Rowling gibt es zuhauf.

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Die Fanszene der Harry Potter-Welt ist gespaltener Meinung, ob eine Neuverfilmung schon notwendig ist. Manche freuen sich auf bisher unverfilmte Charaktere und Szenen, andere wünschen sich lieber neue Inhalte aus der Welt der Hexen, Zauberer und Fabelwesen, die in den Büchern und Filmen noch nicht erzählt wurden.

Wir stellen die stärksten Pro- und Kontraargumente bezüglich der Neuverfilmung gegenüber.

Pro Harry Potter-Serie: Lang vermisste Charaktere schaffen es in die Serie

Für jedes der sieben Bücher ist eine eigene Staffel geplant. Laut den Verantwortlichen soll die HBO-Serie auch noch stärker an den Buchvorlagen erzählt werden als die acht Kinofilme. Warner-Brothers-Television-CEO Channing Dungey bestätigte in einem Variety-Interview, dass man die Bücher in der Serie „ausführlicher ergründen“ wird. Viele Anhänger der magischen Welt freuen sich schon, Charaktere zu Gesicht zu bekommen, die in den Filmen weggelassen wurden.

Die Geschichte der Harry Potter-Bücher von Autorin J.K. Rowling wird in einer neuen HBO-Serie ausführlicher ergründet.
Die Geschichte der Harry Potter-Bücher von Autorin J.K. Rowling wird in einer neuen HBO-Serie ausführlicher ergründet.© dpa | Insa Sanders

Der Poltergeist Peeves ist eine der Figuren, auf die sich viele Fans freuen. Regisseur der Serie Mark Mylod und Executive Produzentin Francesca Gardiner haben den Auftritt des Poltergeists in der Serie bestätigt. In den Büchern verbreitet das Gespenst Ärger und Chaos in Hogwarts – vor allem dem Hausmeister Argus Filch spielt es viele Streiche.

Auch die Weasley-Familie wird in der kommenden HBO-Serie vollständig abgebildet. In den Filmen fehlte eines der sieben Kinder von Molly und Arthur. Charlie Weasley, der zweitälteste Sohn, soll in der neuen Adaption vorkommen, das teilte HBO in einem Instagram-Post mit. In den Filmen wurde von Charlie gesprochen, er studiert Drachen in Rumänien – gezeigt wurde er nie. Auf dem Foto ist der bisher bekannte Cast des Weasley-Nachwuchses zu sehen. In der Bildunterschrift schrieb HBO: „Charlie ist derzeit in Rumänien, wird aber bald zu uns stoßen.“

Harry Potter-Serie: Besetzung der Weasleys
In einem Instagram-Post hat HBO die Schauspielerinnen und Schauspieler der Weasley-Kinder Fred, George, Percy, Ginny und Ron vorgestellt. © Courtesy of HBO | Courtesy of HBO

Es ist nicht auszuschließen, dass im Laufe der nächsten Staffeln noch weitere Figuren zum Cast der Serie hinzukommen, die bisher nicht auf der Leinwand zu sehen waren. In Onlineforen spekulieren Fans der Harry Potter-Bücher von J.K. Rowling, welche Charaktere sie gerne in den sieben Staffeln sehen würden. Oft genannte Namen sind:

  • Die Gaunt-Familie: Sie sind die direkten Nachfahren des Hogwarts-Mitgründers Salazar Slytherin. Die Familie lebt in ärmlichen Verhältnissen. Die Gaunts kommen in den Filmen nicht vor. Im sechsten Band der Buchreihe „Harry Potter und der Halbblutprinz“ erzählt Dumbledore mehr über die Hintergrundgeschichte der Gaunts. Tom Riddle (Voldemort) stammt ebenfalls aus der Familie.
  • Regulus Black: Regulus ist der Bruder von Sirius Black und Mitglied der Todesser. Im Verlauf der Geschichte wendet er sich von Voldemort ab. Zusammen mit dem Hauselfen Kreacher stiehlt er eines von Voldemorts Horkruxen, das Medaillon von Salazar Slytherin, und ersetzt es durch eine Fälschung. Regulus stirbt, bevor er das Medaillon zerstören kann.
  • Winky ist eine Hauselfe und diente in den Büchern der Familie Crouch. Bartemius Croch senior war hoher Beamter im Britischen Zaubereiministerium. Sein Sohn war ein Anhänger der Todesser und gab sich mit Vielsafttrank als Auror Alastor Moody aus. Die Elfin Winky spielt eine wichtige Rolle in „Harry Potter und der Feuerkelch“. Winky wird fälschlicherweise beschuldigt, das Symbol von Lord Voldemort auf der Quidditch-Weltmeisterschaft beschworen zu haben, und wird von den Crouches entlassen. Danach arbeitet sie in der Hogwarts-Küche.

Fakt ist: Die neue Harry Potter-Serie von HBO wird dem Publikum mehr Charaktere zeigen als die Filme es getan haben. Durch die längere Screentime können die Serienmacher die Figuren wahrscheinlich auch intensiver beleuchten und Charakterentwicklungen besser darstellen als in den Filmen.

Pro Harry Potter-Serie: Chance auf neue Szenen

Durch die längere Screentime der Serie erhoffen sich Fans, Szenen aus den Büchern, die es nicht in die Harry Potter-Filme geschafft haben, auf ihren Bildschirmen zu sehen. So hätte HBO etwa die Möglichkeit, Hermines Bund für Hauselfen in der Serie zu zeigen. Im Buch „Harry Potter und der Feuerkelch“ gründet die Gryffindor-Schülerin eine Organisation, die sich für bessere Lebensbedingungen und die Aufhebung des Sklavenstatus von Hauselfen einsetzt.

„Ich bin hoffnungsvoll – ich war mit allen Filmen außer den ersten beiden äußerst unzufrieden. Daher hoffe ich, dass sie diesmal einen besseren Job machen können, mit der zusätzlichen Zeit, die eine TV-Serie bietet“, schreibt ein Reddit-Nutzer in einem Fanforum.

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Tatsächliche Änderungen im Vergleich zu den Filmen und Büchern sind auch schon bekannt. Schnappschüsse vom Set zeigen die Halloween-Nacht 1981 in Godric’s Hollow. In der Nacht vom 31. Oktober 1981 tötet Voldemort Lily und James Potter in ihrer Wohngegend Godric’s Hollow. Durch Lilys Opfer scheitert der dunkle Lord an dem Versuch, Harry zu ermorden, und gilt als besiegt.

Die Filme zeigen nur eine kurze Szene, in der Voldemort in das Haus der Potters eindringt und Harrys Eltern umbringt. Setaufnahmen von der Serie zeigen, dass die neue Adaption schon die Halloween-Tradition am Abend mit verkleideten Kindern auf der Straße auf die Bildschirme bringen wird. Viele Fans schließen daraus, dass die schicksalhafte Nacht in der Serie detaillierter erzählt wird als in den Filmen.

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Weitere Set-Schnappschüsse zeigen John Lithgow als Dumbledore und Lambert Wilson als Nicolas Flamel bei den Dreharbeiten der ersten Staffel. Nicolas Flamel ist Alchemist und der einzig bekannte Schöpfer des Steins der Weisen. Er ist gut mit Albus Dumbledore befreundet. Im ersten Buch „Harry Potter und der Stein der Weisen“ taucht Flamel nicht als physische Figur auf.

Da Lambert Wilson am Set der Dreharbeiten für die erste Staffel gesichtet wurde, gehen viele Fans davon aus, dass einige Extraszenen zur Handlung hinzugefügt wurden.

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Draco-Malfoy-Darsteller Lox Pratt verriet in einem Interview mit 1883 Magazine bereits, dass die Serie auch Geschichten unabhängig von Harrys Wahrnehmung zeigen wird. Unter anderem Eindrücke aus Dracos Privatleben oder aus den Privaträumen von Hogwarts-Lehrern.

Es gibt also Geschichten, die in den Filmen noch nicht erzählt wurden und neues Material für die Serie liefern können. Doch neben den positiven Sichtweisen auf die neue Harry Potter-Serie gibt es auch Kritik.

Kontra Harry Potter-Serie: Muss die Originalgeschichte schon neuverfilmt werden?

Braucht es überhaupt schon eine Neuverfilmung der sieben Buchvorlagen? So lautet ein weiterer Kritikpunkt an der neuen Harry Potter-Serie. Zwischen dem letzten Film „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ und dem Start der Serie werden gerade einmal 16 Jahre vergangen sein. Hinzukommt, dass die Filme beim Publikum noch sehr beliebt sind. Viele Fans fragen sich, ob eine Neuverfilmung überhaupt schon notwendig ist.

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Ähnlich äußerte sich Jared Harris, der Sohn des verstorbenen Dumbledore-Schauspielers Richard Harris. In einem Interview mit The Independent meinte Jared Harris: „Warum sollte man das (Harry Potter-Remake) machen? Ich verstehe das nicht. Die Filme waren fantastisch – lasst sie in Ruhe.“

Kontra Harry Potter-Serie: Zu wenig Unterschied zwischen Serie und Filmen

Auch der Regisseur der ersten beiden Harry Potter-Filme, Chris Columbus, sieht wenig Sinn in der Neuverfilmung. In dem Podcast „The Rest Is Entertainment“ erzählte Columbus, dass er einige Bilder von Nick Frost als Hagrid gesehen habe. „Er trägt genau das gleiche Kostüm, das wir für Hagrid entworfen haben. Ein Teil von mir dachte: ‚Was soll das denn?‘“ Columbus habe gedacht, dass Kostüme und weitere Details anders als in den Filmen sein würden. Mehr oder weniger sei aber alles dasselbe.

Ein Fan auf Reddit schreibt: „Wenn sie (die Serienmacher) nicht vorsichtig sind, könnten sich die ersten beiden Staffeln der Serie genauso anfühlen, wie die Filme, nur mit ein paar extra Szenen.“

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Einige Fans kritisieren die Macher der Serie und behaupten, sie würden einfach noch mehr Geld aus dem Franchise durch bereits funktionierende Inhalte und Merchandise pressen wollen. Viele wünschen sich neue Geschichten aus dem Universum. Etwa eine Serie über die Gruppe namens Rumtreiber, die aus Harrys Vater James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew besteht, oder über die vier Gründerinnen und Gründer von Hogwarts.

Kontra Harry Potter-Serie: umstrittene Autorin J.K. Rowling verdient Geld an der Serie

Viele der Potter-Fans sehen es kritisch, dass die Autorin der Bücher J.K. Rowling als Produzentin an der Serie mitarbeitet. Seit mehreren Jahren äußert sich Rowling trans* feindlich in der Öffentlichkeit. Die Harry Potter-Stars aus den Kinofilmen, Daniel Radcliffe (Harry Potter) und Emma Watson (Hermine Granger), distanzierten sich bereits von der Autorin. Rowling selbst sieht sich als Feministin. Als Urheberin der Geschichte und Produzentin der HBO-Produktion verdient die umstrittene Schriftstellerin J.K. Rowling Geld an der neuen Harry Potter-Serie. Viele Fans der magischen Welt halten das für falsch.

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Fazit: Neue Harry Potter-Serie – sinnvolle Neuinterpretation oder unnötige Kopie?

Ist es jetzt eine gute oder schlechte Idee, die Geschichte von Harry Potter neu zu verfilmen? Einig wird sich die große Fangemeinschaft des Franchises wahrscheinlich nicht.

Die neue HBO-Serie wird vermutlich mehr Charaktere und bisher unverfilmte Szenen der Geschichte zeigen. So lautet das Hauptargument der Pro-Seite. Die detaillierteren Einblicke in die Bücher auf den Heimbildschirmen dürften besonders für die Buchfans der Potter-Welt interessant werden.

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Die Kontra-Seite hingegen ist überzeugt, dass eine Neuverfilmung der Originalgeschichte nicht notwendig ist. Laut ihnen sind die Filme noch aktuell genug und genießen nach wie vor große Beliebtheit bei den Fans. Außerdem kritisieren viele die Mitarbeit der umstrittenen Autorin J.K. Rowling. Statt einer Serienadaption der Harry Potter-Bücher wünscht sich die Gegenseite neue, noch unbekannte Geschichten aus dem Universum.