• Die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling steht wegen ihrer transfeindlichen Aussagen immer wieder in der Kritik.
  • Mehrere Schauspieler, darunter Nick Frost und John Lithgow, müssen sich seit ihrer Verpflichtung öffentlich zu den Kontroversen um die Autorin äußern.
  • Das Produktionsumfeld betont, dass die Harry-Potter-Geschichten Werte wie Liebe und Akzeptanz vermitteln sollen, ungeachtet der Ansichten Rowlings.

J.K. Rowling steht häufig im Rampenlicht. Sie hat die Harry Potter-Bücher geschrieben, trug Verantwortung bei den Hauptfilmen und der Spinoff-Reihe „Phantastische Tierwesen“. Auf der anderen Seite steht die inzwischen 60-jährige Autorin regelmäßig in der Kritik. Seit 2018 fällt sie immer wieder mit transphoben Äußerungen auf.

Ende 2026 soll die neue Harry Potter-Serie auf der Streamingplattform HBO Max starten. Die Serie ist eine Neuverfilmung der Originalgeschichte von J.K. Rowling. Sie ist als Produzentin an der neuen Serie beteiligt.

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Die öffentliche Debatte um die gesellschaftlichen Ansichten der Autorin startete, als sie einen Beitrag auf X likte, in dem trans* Frauen lediglich als „Männer in Kleidern“ bezeichnet wurden.

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Übersetzung: „Bei meinem ersten Labour-Parteitreffen mit 18 Jahren wurde ich von Männern angeschrien, weil ich sie bat, einen Page-3-Kalender zu entfernen. Man hat mir gesagt, ich solle härter werden, lauter, stärker, unabhängiger sein. Ich habe mich oft nicht unterstützt gefühlt. Männer in Kleidern bekommen brüderlich-sozialistische Solidarität, die ich nie hatte. Das ist Misogynie!“

„Page 3“ bezieht sich auf die frühere britische Tradition, auf Seite 3 bestimmter Boulevardzeitungen Fotos von leicht bekleideten Frauen zu zeigen. „Brocialist“ ist ein englisches Kofferwort aus „Bro“ und „Socialist“ und bezeichnet Männer, die zwar linke Werte vertreten, aber dennoch sexistische Verhaltensweisen an den Tag legen.

Damals entschuldigte Rowling sich mit der Aussage, dass sie eigentlich einen Screenshot machen wollte, da sie sich für „Geschlechteridentität und Transgender-Themen“ interessiere. Dabei habe sie unabsichtlich den Tweet geliket. Doch in den folgenden Jahren wurde die Kritik an ihr immer lauter. Lesen Sie auch: Mobbing am Set der Harry Potter-Serie: Auseinandersetzung zwischen Darstellern

J.K. Rowlings Meinung zu Transmenschen

Die Autorin der Bestseller-Romane äußert sich in den vergangenen Jahren häufig bezüglich diverser Geschlechteridentitäten und vertritt dabei eine starke Meinung. Seit 2020 diskutiert sie aktiv mit X-Nutzerinnen und ‑Nutzern über das Thema.

Dafür erntet sie auf den sozialen Medien teilweise Zuspruch, aber auch heftige Beleidigungen und Morddrohungen. Beispielsweise kommentierte Rowling eine Aktion des Magazins Dazed, was sich selbst als provokantes Jugend- und Popkulturmagazin bezeichnet. Dazed ist bekannt für seine alternativen Themen und dient als Sprachrohr für viele Subkulturen, wie die Queerszene.

Rowling postete ein Bild vom britischen Justizministerium in London. Auf die Mauern des Gebäudes projizierte das Magazin im Jahr 2018 den Spruch „Repeat after us: Trans Women are Women“ (übersetzt: „Wiederholt es: trans* Frauen sind Frauen“). Rowlings Kommentar dazu: „No.“

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Außerdem behauptete sie auf X, dass es keine trans* Kinder gebe. Sie stört sich auch an Begrifflichkeiten aus der queeren Szene, die dabei helfen sollen, trans* Menschen in der Gesellschaft zu normalisieren. In einem Tweet machte sich J.K. Rowling über den Begriff „menstruierende Personen“ lustig. „‚Leute, die menstruieren.‘ Ich bin mir sicher, dass es für diese Leute mal ein Wort gab“, schrieb sie auf X.

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Mit Harry Potter verdiente sie viel Geld: Forbes schätzt ihr Vermögen auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Damit zählt sie zu einer der wohlhabendsten Personen in Großbritannien.

Mit ihrem Geld finanziert sie unter anderem die Gruppe „For Women Scotland“. Die Gruppe klagte 2025 erfolgreich vor dem Obersten Gerichtshof, dass das britische Gleichstellungsgesetz nicht für trans* Frauen gilt. Denn diese seien laut „For Women Scotland“ keine Frauen, sondern Männer.

Durch die Entscheidung des Supreme Courts gelten trans* Frauen in bestimmten Bereichen, wie beispielsweise Umkleiden, Gefängnissen oder beim Sport, nicht mehr als Frauen. Rowling zelebrierte die Entscheidung mit folgendem Post auf X:

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J.K. Rowling sieht sich als Feministin

Die britische Autorin verstehe sich laut eigener Aussage selbst als Feministin und sorge sich um junge Menschen, die leichtfertig ihr Geschlecht ändern wollten. Feministische Werte würden für Rowling durch Transrechte gefährdet. Gerade die Nutzung von Damentoiletten durch trans* Frauen sieht sie kritisch.

In dem Podcast „The Witch Trials of J.K. Rowling“ von Megan Phelps-Roper sagte Rowling: „Mein Feminismus basiert auf meinem biologischen Geschlecht und der Unterdrückung, die wir Frauen aufgrund dessen erfahren. Frauen sind meines Wissens die einzige Gruppe, die Mitglieder ihrer Unterdrücker ohne Vorbehalt umarmen sollen.“

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Harry Potter-Serie: Hagrid- und Dumbledore-Schauspieler müssen sich für Rowlings Transfeindlichkeit rechtfertigen

Für die neue Harry Potter-Serie von HBO kehrt J.K. Rowling als Produzentin zurück ans Set. Die Empörung in den sozialen Medien war groß.

Casey Bloy, CEO von HBO, versicherte in dem Podcast „The Town with Matthew Belloni“, dass Rowlings Ansichten keine Auswirkungen auf das Projekt haben würden. „Die Geschichte um Harry Potter ist natürlich unglaublich positiv und handelt von Liebe und Selbstakzeptanz. Das ist unsere Priorität – was auf der Leinwand zu sehen ist“, fügte er hinzu.

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Nick Frost verkörpert den Halbriesen und Wildhüter Rubeus Hagrid in der neuen Harry Potter-Serie. Unter einem seiner Instagram-Posts bedankte er sich für das Vertrauen, das ihm von den Machern der Serie entgegengebracht wird. Die Kommentarfunktion unter dem Posting musste er deaktivieren, da sich dort so viele Kommentare ansammelten, die seine Zusammenarbeit mit der Autorin J.K. Rowling kritisierten.

Harry Potter-Serie von HBO: Nick Frost in seinem Hagrid-Kostüm
Die Dreharbeiten für die Harry Potter-Serie haben im Juli 2025 begonnen. Nick Frost wird den Wildhüter Hagrid spielen.© HBO Max | HBO Max

„Sie darf ihre Meinung haben, und ich darf meine haben – sie stimmen nur in keiner Weise überein“, verteidigte sich Nick Frost gegen die Flut an Negativkommentaren im Interview mit The Observer.

Trotzdem solle man die Debatte laut Frost nicht ignorieren: „Wir sollten nicht einfach hoffen, dass sie verschwindet, weil es das vereinfacht. Vielleicht sollten wir uns weiterbilden.“

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Dumbledore-Darsteller John Lithgow sah sich mit einer ähnlichen Situation konfrontiert. Seitdem bekannt geworden war, dass der 80-Jährige die Rolle des Hogwarts-Schulleiters übernehmen werde, bekam er viele Nachrichten bezüglich J.K. Rowlings Einstellung zu trans* Personen. In einem offenen Brief eines Fans wurde er gebeten, die Rolle wieder aufzugeben.

Der Amerikaner John Lithgow hat sich für seine nächste Rolle als Dumbledore in der Harry Potter-Serie extra den britischen Dialekt antrainiert.
Der Amerikaner John Lithgow hat sich für seine nächste Rolle als Dumbledore in der Harry Potter-Serie extra den britischen Dialekt antrainiert.© Jordan Strauss/Invision via AP/dpa | Jordan Strauss

„Warum ist das überhaupt ein Faktor?“, fragte sich Lithgow in einem Interview mit The Times. Er habe sich eher über anderes Gedanken gemacht. Etwa, ob die Rolle des Dumbledore seine letzte werde.

Auf dem International Film Festival Rotterdam Ende Januar nannte der Schauspieler Rowlings Einstellung „ironisch und unerklärlich“, wie The Hollywood Reporter berichtete. „Ich habe sie (J.K. Rowling) noch nie getroffen. Sie ist in der Produktion nicht sonderlich involviert“, sagte er.

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Es mache ihn betroffen, dass so viele Menschen ihm von der Teilnahme an der Serie abraten würden. „Aber wenn man die Harry Potter-Bücher durchliest, findet man absolut keine Spur einer transfeindlichen Haltung. Sie hat diese großartige Betrachtung über Freundlichkeit, Empathie und Akzeptanz geschrieben – weshalb es mir so seltsam vorkommt.“

Lithgow spielte bereits mehrere queere Rollen. Er verkörperte etwa die trans* Frau Roberta Muldoon in „Garp und wie er die Welt sah“. Für die Darstellung wurde er als bester Nebendarsteller bei den Oscars 1982 nominiert.

Für ihn sei es sehr schwer gewesen, sich gegen die öffentlichen Forderungen zu stellen und die Dreharbeiten trotz der Kontroversen um J.K. Rowling anzutreten. „Dumbledore ist eine wunderschöne Rolle. Es steckt so viel mehr darin, als mir überhaupt bewusst war – hauptsächlich wegen der Menschen, die die Serie erschaffen“, begründete er seine Entscheidung.