- Paramount hat Netflix im Bieterkampf um Warner Brothers mit einem Angebot von rund 111 Milliarden US-Dollar übertroffen.
- Harry-Potter-Fans sorgen sich, dass der neue Eigentümer Einfluss auf Diversität und die Ausrichtung der kommenden Serie nehmen könnte.
- Noch steht die Übernahme unter Vorbehalt, da eine kartellrechtliche Prüfung aussteht und unklar ist, wie sich Streaming-Angebote künftig verändern.
Es war einer der größten Bieterwettbewerbe in der Hollywoodgeschichte: der Kampf von Paramount und Netflix um den Warner-Brothers-Konzern. Eigentlich schien der Wettstreit bereits entschieden – zugunsten von Netflix. Ein großes Eigentlich, wie sich Ende Februar herausstellte.
Mit einer Summe von 82,7 Milliarden US-Dollar machte Netflix im Dezember 2025 den ersten Aufschlag, um Warner Brothers aufzukaufen. Mit dem Angebot, bestehend aus Bargeld und Aktien, wollte sich der Streamingriese Zugriff auf HBO, HBO Max, das DC-Universum und die Harry Potter-Marken sichern.
Im Januar stieg Paramount mit einem eigenen 108 Milliarden US-Dollar schweren Angebot und persönlicher Garantie von Oracle-Gründer Larry Ellison als Konkurrent mit ein. Oracle ist ein amerikanisches Technologieunternehmen, das Software und Hardware für Unternehmen in Form von Datenbanken oder Cloud-Infrastrukturen verkauft.

Ab diesem Zeitpunkt herrschte Spannung zwischen den beiden Streaming-Giganten. Der Streit verlagerte sich mit Briefen an Warner-Aktionäre, TV-Auftritten und Zurschaustellung von einflussreichen Investoren in die Öffentlichkeit.
Trotz des höheren Angebots von Paramount über 108 Milliarden US-Dollar, sprach sich der Warner-Vorstand im Januar 2026 für den Netflix-Deal aus. Auch US-Präsident Trump schaltete sich in die Übernahme ein und sagte im Interview mit NBC News: „Ich werde an dieser Entscheidung beteiligt sein.“
Der Deal zwischen Netflix und Warner Brothers schien in trockenen Tüchern zu sein. Für 82,7 Milliarden Dollar sollte Netflix ausschließlich das Streaminggeschäft und die Filmstudios von Warner kaufen.
Ende Februar legte Paramount dann sein letztes Gegenangebot vor: 31 statt 30 Dollar pro Aktie. Insgesamt also rund 111 Milliarden US-Dollar bietet das Unternehmen für den gesamten Warner-Brothers-Discovery-Konzern. Daraufhin zog sich Netflix aus dem Bieterkampf zurück. Lesen Sie hier: Neue Harry Potter-Serie: So sind die Hauptrollen Harry, Hermine und Ron besetzt
Beschlossen ist der Kauf allerdings noch nicht. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta warnte die Unternehmen vor zu voreiliger Euphorie – es werde eine Wettbewerbsüberprüfung geben.
Nach Paramount-Kauf: Wo läuft die Harry Potter-Serie?
Laut Warner Brothers kann die Harry Potter-Serie ab Ende 2026 auf HBO Max gestreamt werden. Sollte die Übernahme von Warner Brothers Discovery durch Paramount zustande kommen, könnte sich das auf den Ort der Ausstrahlung auswirken.

Paramount-CEO David Ellison gab bekannt, dass die Streamingdienste Paramount+ und HBO Max im Falle einer Übernahme verschmolzen werden sollen. Durch die Fusion würde ein neuer Streaming-Gigant mit knapp 200 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten entstehen. Bei Netflix sind es nach eigenen Angaben des Streamingdienstes rund 300 Millionen.
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Kurz vor dem Abschluss des Deals stehen noch kartellrechtliche Prüfungen sowie die Zustimmung der Warner-Aktionäre bevor. Harry Potter-Fans zeigen sich besorgt. „Es war weniger ein Problem, als es noch Netflix war – da habe ich mir nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht. Aber ja, das ist jetzt definitiv etwas, worüber man sich Sorgen machen sollte“, schreibt ein Nutzer in einem Reddit-Fanforum. Lesen Sie hier: Harry Potter-Serie bei HBO: Cast, Start und Handlung – das Wichtigste in Kürze
Konkreter machen sich viele der Fans Sorgen wegen der politischen Einstellung des Paramount-Skydance-CEOs David Ellison. Er ist der Sohn des Oracle-Gründers Larry Ellison, welcher seit Jahrzehnten mit US-Präsident Trump befreundet ist und mutmaßlich auch dessen MAGA-Wahlkampf mitfinanziert hat.
Überträgt sich der politische Kulturkampf in den USA auf die Harry Potter-Serie?
Ellison veranstaltete auf seinem Anwesen in Kalifornien im Februar 2020 eine Spendenaktion für Trump. 100.000 US-Dollar konnten Gäste für eine Runde Golf und ein Foto mit dem damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump zahlen, berichtet Business Insider.
Das Verhältnis zwischen Trump und Larry Ellisons Sohn David scheint ebenfalls eng. 2024 kaufte David Ellison den Medienkonzern Skydance, zu dem auch der Nachrichtensender CBS gehört. CBS galt jeher als liberaler Sender. Nach der Übernahme von CBS ernannte der Paramount-Konzern die konservative Journalistin Bari Weiss zur Chefredakteurin.

Beispielsweise stoppte der Sender die Ausstrahlung eines Berichts in der Sendung „60 Minutes“ über ein berüchtigtes Hochsicherheitsgefängnis in El Salvador, in das die USA laut Bericht vermehrt illegale Migranten abgeschoben haben. Die Haftanstalt Cecot wurde unter anderem von Human Rights Watch für die Misshandlung und Folter der Insassen kritisiert.
Der Rückzug des Beitrages wenige Stunden vor Ausstrahlung sei „keine redaktionelle, sondern politische Entscheidung gewesen“, erklärte die Redakteurin des Beitrages, Sharyn Alfonsi, in einer Mitteilung an CBS-Mitarbeitende. Laut der Redakteurin ist Bari Weiss für die Zurückhaltung des Beitrages verantwortlich.
Here's the text of Sharyn Alfonsi's memo about "corporate censorship" and a "betrayal of the most basic tenet of journalism:"
— Brian Stelter (@brianstelter) 22. Dezember 2025
News Team,
Thank you for the notes and texts. I apologize for not reaching out earlier.
I learned on Saturday that Bari Weiss spiked our story, INSIDE…
Auch die Haltung des Senders gegenüber Trump ist wohlwollender als zuvor. Im Mai wird Stephen Colberts „Late Show“ auf CBS abgesetzt. Colbert ist offener Trump-Kritiker und erreicht mit seiner Sendung im Schnitt zwei Millionen Menschen.
CBS argumentierte die Absetzung als „eine rein finanzielle Entscheidung“. US-Präsident Trump kommentierte das Ende der Show auf seiner Online-Plattform Truth Social mit den Worten, er „liebe es total“, dass Colbert gefeuert worden sei. „Sein Talent war noch kleiner als seine Einschaltquoten.“
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Aufgrund der Nähe zu Trump würden sich die Ellisons laut Medienberichten auch wenig Sorgen über die Wettbewerbsprüfung im Falle der Warner-Übernahme machen.
Manche Potter-Fans fürchten, dass sich der politische Kulturkampf in den USA auf ihr geliebtes Franchise ausweiten könnte. „Das ist nicht gut. Sie werden alles und jedes zensieren, was mit Vielfalt und Inklusion zu tun hat“, schreibt ein weiterer Fan auf Reddit.
Ein anderer vermutet, dass die ersten beiden Staffeln im Falle der Übernahme unberührt bleiben würden. „Aber alle weiteren Staffeln? Völlig offen. Ehrlich gesagt, habe ich keine großen Hoffnungen dafür“, fügt er in seinem Reddit-Kommentar hinzu.




