Wer soll das bezahlen? Wer hat so viel Geld? – Diese Frage schwebt derzeit über ziemlich vielen politischen Debatten. Besonders drängend wird es beim Thema Altersvorsorge. Mehr als 22 Millionen Menschen in Deutschland beziehen mittlerweile Rente – Tendenz steigend. Mit dieser eindrücklichen Zahl eröffnete Louis Klamroth am Montagabend die neue Ausgabe von Hart aber Fair und fragte, wie die Rente künftig finanziert werden soll.

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Während der Moderator insbesondere den Konflikt zwischen Jung und Alt in den Fokus rücken wollte („Sind die Lasten zwischen den Generationen fair verteilt?”), konstatierten gleich mehrere Anwesende, dass es diesen eigentlich gar nicht gebe. CDU-Politiker Johannes Volkmann berichtete von Zuschriften alarmierter Bürgerinnen und Bürger, die sich um die Rente ihrer Kinder und Enkel sorgen. Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Quentin Gärtner, stellte klar: „Ich will meinen Großeltern nicht die Rente streitig machen.“ 

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„Ich will eine Politik haben, die auch an mich denkt“

Der 18-Jähriger, der in seiner Position mehr als 7,5 Millionen Schülerinnen und Schüler vertritt, gehörte wiederholt zu den prägnantesten Stimmen des Abends. Mehrfach betonte er die Herausforderungen, vor denen seine Generation steht – und dass sie bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. „Wir sind eine Geber-Generation” und das „verdammt gerne”, brachte er seine Ansichten auf den Punkt. Dafür wolle er jedoch „eine Politik haben, die auch an mich denkt” und sicherstellt, dass auch er später eine gute Rente bekommt. 

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Ein nachvollziehbares Anliegen – schließlich ist seit Langem bekannt, dass der demografische Wandel das Rentensystem unter Druck setzt. Mussten früher viele Beitragszahlende für verhältnismäßig wenige Rentnerinnen und Rentner aufkommen, ist es heute genau umgekehrt. Oder wie es SPD-Politiker Andreas Bovenschulte ausdrückte: „Viele Menschen machen sich leider zurecht Sorgen um ihre Altersversorgung“. Natürlich würde man sich bei diesen Aussichten einen klaren Fahrplan wünschen. Für die Realität oder zumindest für die Folge „Hart aber Fair”. Stattdessen bot die Sendung ein wildes Sammelsurium an Ideen: von der Aktiv- zu Frühstart-Rente über private Vorsorge bis hin zum aktuellen „Aufstand der Jungen”, der der Ausgabe auch ihren Titel gab.

„Es geht nicht um Streit oder Krawall“

Seit Tagen wehrt sich eine Gruppe bestehend aus 18 jungen Abgeordneten von CDU und CSU gegen einen SPD-Gesetzentwurf. Dieser widerspreche in ihren Augen dem Koalitionsvertrag, da er das Rentenniveau nicht nur bis 2031, sondern dauerhaft bei 48 Prozent fixieren will. Ein Vorhaben, das den Bundeshaushalt laut Volkmann zehn bis fünfzehn Milliarden Euro zusätzlich kosten würde. Wie stark das Rentensystem schon heute auf Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt angewiesen ist, zeigte eine von Klamroth präsentierte Statistik: 2024 flossen 116,2 Milliarden Euro in die Rentenkasse. Mit Blick auf diese Zahlen betonte Volkmann: „Es geht nicht um Streit oder Krawall”, sondern um eine „Form von Lastenausgleich”.  

Kommentar: Pflege, Rente & Co.: Es wäre besser, wenn man schon weiter wäre

Bovenschulte hielt dagegen. Volkmann betreiben mit den Zahlen reine Propaganda. Der SPD-Politiker blieb entgegen angesichts der zahlreichen Schreckensszenarien des Abends und seiner eigenen vorausgegangenen Warnung erstaunlich ruhig. Er sei mit Prognosen vorsichtig, immer sei bereits vor zwanzig Jahren über die Rente diskutiert worden und all diese „apokalyptischen Vorstellungen sind noch nicht eingetreten“, erklärte er. Er glaube fest daran, dass Deutschland genug in der Bevölkerung vorhandenes Geld mobilisieren könne, um die Höhe des Bundeszuschusses auszugleichen. Von der Runde wurde er damit zum „Kapitän auf der Titanic” auserkoren, der den Eisberg nicht sieht oder sich trotz Kollisionskurs einredet, dass bisher immer alles gut gegangen ist.

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Klare Vision von einer finanzierbaren Rente

Auf Bovenschultes klare Vision einer finanzierbaren Rente, reagierte Gärtner trocken mit einem Helmut-Schmidt-Zitat: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“ Er verwies stattdessen auf einen Vorschlag des Ökonomen Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Fratzscher hatte kürzlich einen sogenannten „Boomer-Soli“ ins Spiel gebracht – eine Abgabe, die Vermögen nicht zwischen, sondern innerhalb von Generationen gerechter verteilen soll.

Welche der vielen Ideen letztlich die richtige ist, blieb an diesem Abend offen. Klar ist jedoch: Die Rente bleibt eines der größten ungelösten Themen – und die Frage, wer das alles bezahlen soll, wird uns noch lange beschäftigen.