Den dritten Tag in Folge überziehen sich Israel und der Iran mit schweren Angriffen. Auf beiden Seiten steigt die Zahl der Opfer. Das Ziel laut Premier Benjamin Netanjahu: die nukleare Bedrohung durch die islamische Republik zu beseitigen.

„Caren Miosga“: Das waren die Gäste:

  • Guido Steinberg, Islamwissenschaftler, Stiftung Wissenschaft und Politik
  • Isabel Schayani, Moderatorin „Weltspiegel”
  • Fred Pleitgen, CNN-Korrespondent
  • Sophie von der Tann, ARD-Korrespondentin in Israel

Zwar sei die israelische Bevölkerung insgesamt kriegsmüde, so Sophie von der Tann, die ARD-Korrespondentin in Israel, doch diese Aktion würde nahezu alle Menschen im Land zu hundert Prozent unterstützen. Denn für sie sei klar, dass der Iran keine Nuklearwaffen besitzen dürfe. Dies wäre eine existenzielle Bedrohung Israels und des Nahen Ostens insgesamt.

„Mir kommt Freitag schon Ewigkeiten vor”, sagt die deutsch-iranische Journalistin Isabel Schayani. Zunächst hätte sich alles wie ein gigantischer „Befreiungsschlag” angefühlt, inzwischen sei das ganz anders. Diejenigen, die es sich leisten könnten, würden gerade versuchen, aus Teheran wegzukommen. „Es gab einen romantischen Beginn und jetzt wachen die Menschen auf”, beschreibt sie die Situation der Menschen im Land.

„Caren Miosga” in der ARD: Ablenkungsmanöver für Gaza? – Uneinigkeit in der Runde

Uneins ist die Runde darüber, ob die israelischen Luftschläge auch ein Ablenkungsmanöver Netanjahus vom Kriegsschauplatz in Gaza, der immer stärker wegen der humanitären Lage auch international in Kritik geraten war, sei. Guido Steinberg ist Islamwissenschaftler bei der Stiftung Wissenschaft und Politik und sagt: „Es gab viele Gründe dafür, das jetzt zu tun.” Eine militärische Aktion wie diese müsse über Jahre geplant werden, argumentiert er weiter.

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#17 Omid Nouripour über seine Flucht aus dem Iran – und wie man auf Farsi rappt
Meine schwerste Entscheidung
 

Dennoch, so Sophie von der Tann, habe Netanjahu damit die Möglichkeit, sich wieder als „Mr. Security” zu positionieren. Etwas, das ihn durch den 7. Oktober verloren gegangen sei. Nun könne er darauf hoffen, dass sich die Menschen im Land wieder hinter ihm versammeln und er auch international wieder mehr Unterstützung bekomme.

Islamwissenschaftler bei „Caren Miosga”: „Regime kann sich nur selbst stürzen”

Ein Regimesturz hält Steinberg dennoch für schwierig. Er ist der Meinung: „Das Regime kann sich nur selbst stürzen.” Iran habe rund eine Millionen Menschen unter Waffen und es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass diese nicht bereit wären zu töten und selbst zu sterben. Möglich wäre jedoch eine Verhandlungslösung. Diese sei zwar zunächst gescheitert, aber es sei nicht ausgeschlossen, dass es weitergeht, so der Islamwissenschaftler.

Er und CNN-Korrespondent Fred Pleitgen sind sich nämlich einig: „Donald Trump will keinen Krieg”, was Verhandlungen vorantreiben könnte. Aber, so Steinberg weiter – gerade auch im Hinblick auf Trumps jüngsten Vorschlag, dass Putin als Vermittler zwischen Iran und Israel agieren könnte: „Die große Unbekannte sitzt in Washington.”