Von Thomas Abeltshauser
Truman lautet nicht nur der Originaltitel dieser spanischen Tragikomödie, so heißt auch der treue Boxerhund, für den Julián (Ricardo Darín) ein neues Zuhause sucht. Der erfolgreiche Theatersmime ist todkrank und will nicht mehr. Das kann auch sein Jugendfreund Tomás (Javier Cámara) nicht verhindern. Für vier Tage kehrt dieser aus Kanada nach Madrid zurück, nachdem ihn Juliáns besorgte Cousine Paula (Dolores Fonzi) bat, ihren Onkel von der Fortsetzung seiner Krebstherapie zu überzeugen.
Doch Julián bleibt stur, nimmt den baffen Tomás stattdessen auf eine Tour der letzten Angelegenheiten, zum Tierarzt, den er fragt, wie Truman den Verlust seiner Bezugsperson verkraften wird, und zum eigenen Arzt, dem er jede weitere Behandlung verweigert. Auch die eigene Bestattung organisiert er scheinbar gleichmütig.
Loslassen fällt schwer
Wie schwer ihm hinter der Fassade das Loslassen tatsächlich fällt, scheint immer wieder durch, wenn etwa die zwei Freunde Juliáns in Amsterdam studierenden Sohn besuchen und es der Vater nicht übers Herz bringt, ihm die Wahrheit zu sagen.
Wie den beiden Männern liegt auch Regisseur Cesc Gay („Freitag in Barcelona“) und Ko-Autor Tomàs Aragay das große Drama nicht, sie erzählen diese Abschiedsreise als melancholische Komödie, in der sie sich mit leichtem Ton ernsten Themen widmen und dabei in keinem Moment vergreifen, sondern im Dialog weise und ohne Pathos über letzte Dinge reflektieren.
Mehrfach ausgezeichnet
Ein schöner Film nicht nur über das Sterben, sondern über den Wert echter Freundschaften, der mit seinem subtilen Humor erstaunlich lebensbejahend ist. Darín und Cámara spielen die ungleichen Freunde und ihre komplexen Gefühlslagen mit kleinsten Gesten. Bei den Goyas, dem wichtigsten spanischen Filmpreis, gab es dafür vor zwei Wochen völlig zu Recht Preise für die beiden Darsteller sowie für Drehbuch, Regie und besten Film.





