Wir liebten ihn. Wir hassten ihn. Stromberg war so etwas wie Ekel Alfred reloaded. Nur dass Ekel Alfred seine Schmähreden auf dem heimischen Sofa von sich gab. Zu Hause ist das leichter zu ertragen, und wer es nicht hören will, der kann sich ja scheiden lassen. Stromberg aber ätzte und hetzte an einem Ort, den man nicht so ganz freiwillig wählt: im Büro, am Arbeitsplatz.

Das ist auch der Grund, warum die Serie über zehn Jahre und fünf Staffeln stets mehr Fans als Zuschauer hatte. „Stromberg“ traf einen Nerv. Er zeigte Wahres. So viel Wahres, dass man es kaum ertragen konnte. Einmal reingezappt, konnte man herzlich über Pointen lachen. Aber schon eine halbe Stunde Realsatire kann schrecklich lang sein. Dann doch lieber was Eskapistisches. Nach Feierabend muss man ja nicht noch mehr Bürostress ertragen.

Nach einer Dekade nun ist Schluss mit der Serie. Ab Donnerstag (20. Februar 2014) läuft „Stromberg – Der Film“ im Kino. Und verlässt das Büro. Auf der großen Leinwand braucht es andere Bilder, größere Räume. Darum geht es an den einzigen Schauplatz, der noch unerträglicher ist als das Büro: den Betriebsausflug. Ein ganzes Wochenende mit den Kollegen in einem traurig-billigen Hotel, wo alle ungezwungen sein wollen.

Und alles noch krampfiger wird als am Schreibtisch. Dabei trumpft „Stromberg“ noch einmal richtig auf. Und wird etwas anderes. Weil der Titelantiheld herausbekommt, dass sein Versicherungskonzern, die Capitol, zwar noch das 50. Jahr seines Bestehens feiert, aber die Abteilung dann dichtmachen will. Ausgerechnet das Kollegenschwein wird zum Anführer einer wahren Rebellion. Und zuletzt, wer hätte das gedacht, wird es noch richtig politisch-marxistisch. Der Rückweg ins Büro ist damit endgültig abgeschnitten, die Serie ein für alle Mal zu Ende. Schade. Wir werden diese Hassfigur vermissen.