Berlinale

Ulrich Matthes ist neuer Präsident der Filmakademie

Iris Berben hat den Posten nach drei Amtszeiten abgegeben.

Der neue Präsident der Filmakademie: Schauspieler Ulrich Matthes.

Der neue Präsident der Filmakademie: Schauspieler Ulrich Matthes.

Foto: Karlheinz Schindler / dpa

Berlin. Eine gute Wahl. Und eine schnelle obendrein. Ulrich Matthes wird der neue Präsident der Deutschen Filmakademie. Erst in der vergangenen Woche hat Iris Berben, die dieses Ehrenamt seit Februar 2010 neun Jahre und drei Amtszeiten ausgefüllt hat, bekannt gegeben, dass sie nicht noch einmal kandidieren werde. Weil sie das zeitlich zu sehr beanspruche und sie künftig mehr drehen möchte. Auf dem traditionellen Lola-Empfang, den die Filmakademie auf der Berlinale gibt, hat sie dann sichtlich mit Tränen in den Augen Abschied genommen. Und klargemacht, wie schwer ihr der Schritt falle. Mit Ulrich Matthes aber ist nun ein idealer Nachfolger gefunden worden.

„Vorneweg: Ich hätte es gut gefunden, wenn auf eine Präsidentin eine Präsidentin gefolgt wäre, aus politischen Gründen und überhaupt“, sagte Matthes in einer ersten Stellungnahme. „Nun hat aber die wunderbare Iris Berben just mich gefragt, und wer könne da, wenn auch nach einigen schlaflosen Nächten, Nein sagen.“ Matthes engagiert sich bereits seit 2012 im Vorstand der Akademie. Ein Präsident dieser rund 2000 Mitglieder zählenden Organisation muss nicht nur die deutschen Filmschaffenden zusammenführen und die Verleihung des Deutschen Filmpreises mitorganisieren.

Es gilt auch, bei film- und gesellschaftspolitischen Debatten Stellung zu beziehen. Der 59-Jährige erklärt nun, dass genau dies sein Anliegen sei: „Entscheidungen offen zu diskutieren, unterschiedliche künstlerische Entwürfe anzuerkennen und sie selbstbewusst nach außen zu verteidigen – darum sollte es noch stärker gehen.“ Matthes, der seit 2004 zum Ensemble des Deutschen Theaters gehört, hat auch zahlreiche Filme wie „Der neunte Tag“, „Der Untergang“ und „Novemberkind“ gedreht. Als zentrale Themen, die derzeit diskutiert werden müssten, zählen für ihn der Kampf Blockbuster gegen Arthouse-Kino und Kino gegen Netflix.