Blumenhändler an jeder Ecke, Dauerwerbeschleifen für Schmuck und Pralinen und Singles am Rande des Nervenzusammenbruchs – auch die größten Romantik-Verweigerer kamen am gestrigen Valentinstag nicht vorbei. Die Initiatoren des Blaue Blume-Awards setzten sogar noch einen drauf und verliehen am Freitagmittag im Historischen Frühstückssaal im Sony Center ihren Preis für den besten romantischen Kurzfilm.

Keiner der drei Gewinner erzählt eine klassische Liebesgeschichte im Hollywood-Stil: Es geht um One-Night-Stands, Mutter-Sohn-Beziehungen und Großstadt-Singles Anfang 30. Eine Mischung, ganz nach dem Geschmack von Oliver Mommsen. „Man muss Klischees brechen. Romantik ist für mich, die ganze Nacht zusammen auf der Autobahn durchzufahren und dann an der Tankstelle Kaffee zu trinken“, so der „Tatort“-Kommissar. Dementsprechend nüchtern fiel auch sein Urteil zum Valentinstag aus: „Ich habe das nur bemerkt, weil in der Werbung plötzlich überall Herzen waren.“

Auch nicht ganz klassisch verlief der Tag der Liebenden bei Eva Habermann. „Ich habe meinen Freund heute Morgen schlafen lassen und der Putzfrau gesagt, sie soll ihn nicht wecken. Das war meine Liebeserklärung“, so die Schauspielerin, die als Jurorin des Awards fungierte.

Bevor am Sonnabend im Berlinale Palast die Goldenen und Silbernen Bären verliehen werden, stand am Freitagabend noch der Teddy Award auf dem Festival-Programm. Der „queere“ Filmpreis fand in diesem Jahr zum ersten Mal in der Komischen Oper statt. Gekommen waren neben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auch sein Pariser Kollege Bertrand Delanoë, Schauspieler Georg Uecker und Entertainer Ralph Morgenstern. Moderiert wurde die Gala wie bereits im Vorjahr von Jochen Schropp.