Auszeichnung

Ein Musikpreis für den „Tatort“-Komponisten

Am Vorabend der Berlinale wurden in Mitte zum ersten Mal Werke und Künstler der Filmmusik ausgezeichnet. Ganz oben: Klaus Doldinger, der die Musik für „Das Boot“ und den „Tatort“ komponiert hat.

Foto: KRAUTHOEFER

„Mission Impossible“. „Psycho“. „Titanic“, oder „Indiana Jones“ – all diese Filme haben eines gemeinsam: Nur wenige Takte des Soundtracks sind nötig, um beim Zuhörer den Film vor dem inneren Auge ablaufen zu lassen. Und so ging es den mehr als 350 Gästen im Kaufhaus Jandorf an der Brunnenstraße am Mittwochabend: Moet Chandon und die „European Composer Songwriter Alliance“, kurz ECSA, hatten zahlreiche Prominente nach Mitte geladen, um einem Protagonisten der Filmwelt Tribut zu zollen: der Filmmusik – mit der sie vom Filmorchester Babelsberg begrüßt wurden. Das Vorhaben der Veranstalters ist es, künftig die besten Werke und Künstler der Filmmusik auszuzeichnen – in diesem Jahr zum ersten Mal. Deshalb hatte sich die Jury für „einen der großen internationalen Musiker“ entschieden, den Komponisten Klaus Doldinger. Seine wohl bekanntesten Werke sind die Titelmusik zu dem Kultfilm „Das Boot“, „Die unendliche Geschichte“, den Serien „Tatort“ und „Ein Fall für Zwei“.

„Ich bin sehr stolz, diese Auszeichnung zu bekommen, wo doch die Musik leider oftmals viel zu kurz kommt, wenn man nicht gerade 100.000 CDs verkauft“, so der 77-Jährige. „Besonders meinen Nachfolgern wünsche ich von Herzen, dass ihre Arbeit genau so viel Beachtung erfährt wie meine.“ Übergeben würde der „Grand Scores“-Award von Schauspielerin Marie Bäumer, die mit dem Komponisten eines gemeinsam hat: Wenn sie an Filmmusik denkt, dann fällt ihr „Spiel mal das Lied vom Tod“ ein. „Musik kann einen Film schmücken, aber genau so zerstören. Sie ist also maßgeblich an der Wirkung beteiligt“, so die Schauspielerin.

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Genau so sieht es auch Schauspieler Wayne Carpendale. „Ich denke schon, dass die Musik sehr unterschätzt wird, ähnlich wie Schnitt und Casting“, so Carpendale. An dem Preisträger fasziniert Filmemacherin Minu Barati-Fischer besonders eines: „Doldinger hat mit dem ,Tatort’-Intro ein Stück komponiert, was jeder kennt, aber keiner nachsingen kann. Das ist wirklich ein Phänomen.“

Bei Aylin Tezel ist es die Musik des Films „Große Erwartungen“, die sie am meisten berührt. „Es regnet, eine Nacht in New York, Ethan Hawk und Gwyneth Paltrow treffen sich - in dieser Szene hat mich die Musik am meisten berührt.“ Die Jungschauspielerin, die sich selbst als Filmmusik-Liebhaberin bezeichnet, findet, dass nur Bild und Ton zusammen funktionieren.

So wie auch Model Bonnie Strange und ihr Ehemann Jakob Haupt, Schauspielerin Anna Loos, Katja Eichinger, Gräfin Isa von Hardenberg und Nadja Michael feierte sie noch bis in die Nacht hinein die Filmmusik.