Schauspieler Ben Stiller hat am Sonntag seinen neuen Film „Greenberg“ auf der Berlinale vorgestellt. Stiller sagte, er sei erstmals mit einem Film in einem Wettbewerb vertreten und fühle sich „sehr geehrt“. Der Regisseur Zhang Yimou, 1986 mit „Rotes Kornfeld“ erster chinesischer Preisträger des Goldenen Bären, stellte sich mit „A Woman, A Gun and A Noodle Shop“, einer Adaption des Coen-Debüts „Blood Simple“, zum vierten Mal dem Berlinale-Wettbewerb. Für den Abend sind die Verleihung des Berlin Today Awards und die Ehrung von Ulrich und Erika Gregor, Gründer der Sektion Forum, mit der Berlinale Kamera vorgesehen.
Stiller ist als Roger Greenberg ein Single um die 40, der sich mit Nichtstun beschäftigt und seinen Platz im Leben noch sucht. Um einige Zeit das Haus seines erfolgreichen und verheirateten Bruders (Chris Messina) zu hüten, zieht er nach Los Angeles. Dort lernt er die persönliche Assistentin seines Bruders (Greta Gerwig) kennen.
Er habe für seine Rolle nichts improvisiert, sondern sich Wort für Wort an das Drehbruch gehalten, sagte Stiller vor Journalisten. Dies sei für ihn als Schauspieler auch eine „Lektion“ gewesen. „Ich habe mich über den Text in meine Rolle vertieft.“ Mit Blick auf seine zahlreichen Auftritte in Komödien sagte Stille weiter, privat sei er „gar nicht so toll beim Witze machen“.
Zhang Yimou, der die chinesische Silvesternacht im Flugzeug verbracht hatte, sagte, er sei „sehr glücklich, dass ich am chinesischen Neujahrstag hier bei den 60. Berliner Filmfestspielen meinen Film präsentieren kann“. In seinem Film „A Woman, A Gun and A Noodle Shop“ beauftragt der Besitzer eines Nudelimbisses einen Killer mit der Ermordung seiner untreuen Ehefrau und ihres Liebhabers. „Gute Drehbücher sind selten. Deshalb suche ich überall nach guten Geschichten, in Romanen, Theaterstücken oder eben auch Filmen. Erst dann schaue ich, in welchem geschichtlichen Rahmen ich sie ansiedeln kann“, sagte der 58-Jährige.
Verzichten musste das Publikum auf den Straßenkünstler Banksy. Die Pressekonferenz im Anschluss an seine Doku „Exit through the Gift Shop“ wurde abgesagt. Zuvor war über die Art seines Auftritts gerätselt worden, da der Künstler seine Identität geheim hält.
Am Abend sollte der Berlin Today Award verliehen werden. In dem Kurzfilmwettbewerb als Teil des Berlinale Talent Campus messen sich jedes Jahr fünf junge Regisseure. Kulturstaatsminister Bernd Neumann nannte die Nachwuchsförderung „eine der besten Ideen, seit es die Berlinale gibt“.
Eine Ehrung sollte auch Ulrich und Erika Gregor zuteil werden, die Ende der 60er-Jahre mit den „Freunden der Deutschen Kinemathek e.V.“ das Internationale Forum des Jungen Films gegründet hatten. Das Kino sollte verstärkt als ein Ort des kulturellen Austauschs und der politischen Diskussion wahrgenommen werden. Anfangs noch als eine Gegenveranstaltung zur Berlinale konzipiert, wurde das Forum 1970 als ein Parallelfestival an die Berlinale angegliedert und damit eine Neuausrichtung des Festivals in die Wege geleitet.
Das italienische Liebesdrama „Lo sono l'amore“ mit der Jury-Präsidentin des vergangenen Jahres, Tilda Swinton, sollte zudem das Kulinarische Kino eröffnen. Die Sonderreihe steht in diesem Jahr unter dem Motto „In the Food for Love“.
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