Auf keinen Fall will der britische Schauspieler Ewan McGregor ein Sexsymbol sein. Sagt er jedenfalls – mit ziemlich unaufrichtiger Empörung. Wer will das schon? McGregor sitzt auf dem Podium, zwei Plätze weiter ein anderer Mann, der die Fantasien beschäftigt. Pierce Brosnan. Der enthält sich, wie im Auftrag ihrer Majestät, eines Kommentars. Ein Gentleman schweigt.

Die beiden sind zwei der vier Hauptdarsteller des Roman-Polanski-Thrillers „Ghostwriter“ und geben gerade im Hotel Grand Hyatt ihre Pressekonferenz. Polanski, über den in letzter Zeit auch mehr im Zusammenhang mit Sex gesprochen wird, ist logischerweise abwesend. Wie eine andere einschlägig bekannte Person: Kim Cattrall, bekannt vor allem für ihre Rolle als männermordende Samantha in, schon wieder dieses Wort, „Sex and the City“. Zwischen McGregor und Brosnan die einzige Person, die in diesem Zusammenhang wohl noch nicht aufgetaucht ist: die coole Olivia Williams.

Eigentlich geht es also nur um das eine – nicht in diesem Film, aber doch im Zusammenhang mit den Menschen, dank derer dieser Agenten-Polit-Krimi entstanden ist. Wie anziehend sie sind, zeigt sich auf der Treppe zum Pressezentrum ganz genauso wie draußen auf der Straße: Diese Protagonisten verursachen einen Menschenauflauf. Frauen, Ende 30 und blond, unterhalten sich darüber, dass McGregor sie wohl nicht heiraten wird. Die Nachbarin nickt bedauernd: „Mich auch nicht.“ Schließlich sei er mit einer Maskenbildnerin verheiratet, sagt die erste, habe zwei Kinder; er sei ein ganz Solider. Fehlt nur noch das Seufzen. Es dringt nicht aus ihrem Mund, aber es liegt in den Augen. Ach Gregor – schon damals bei „Trainspotting“ …! Während der Pressekonferenz versuchen sie dann doch ein Lächeln. McGregor sieht zwar lange in ihre Richtung – den Mund verzieht er jedoch nicht. Ein Solider eben, auch wenn er da in der Motorradjacke sitzt.

Ach ja. Es ist nicht so, dass der Film wegen seiner Darsteller nur Frauen fesselt. Für Männer gibt es etwas anderes - ein Auto. Das eines Münchner Herstellers.