Ben Forster spielt Will Montgonery, einen hochdekorierten, mehrfach verwundeten Irak-Heimkehrer, für den die US-Armee zu Hause einen wahrhaft schweren Job bereit hält: Er wird zu einem Team abkommandiert, dass die Verwandten von Gefallenen benachrichtigt.
Für diesen Job sind Helden nötig, sagt sein diensthabender Offizier. Allerdings hat Will, wie wir ganz zum Schluss erfahren, im Irak gelernt, dass auch Heldenmut nicht immer rettet. Die Explosionen der Trauer, mit denen Will bei seiner Aufgabe konfrontiert wird, sind auf ihre Weise ähnlich unberechenbar wie die "unkonventionellen“ Sprengfallen, denen er im Irak lebend entkommen ist.
Folgerichtig wurden diese Einsätze an der Heimatfront mit einer Wackelkamera gefilmt wie Kriegsszenen. Denn die wenigsten Menschen nehmen die schlechte Nachricht vom Tod ihrer Lieben einfach so hin, viele werden sogar aggressiv und beschimpfen die Soldaten als Feiglinge (wie der auf diesem Festival wieder omnipräsente Steve Buscemi als Vater). Es ist wie, es Wills Vorgesetzter Captain Stone sagt: Die Soldaten ziehen in den Krieg, alle winken mit Fähnchen, und dann sind sie ganz fassungslos, wenn jemand stirbt.
Richtig gefährlich wird es, als Will sich in die Witwe eines Gefallenen (Samantha Morton) verliebt. Die schwelenden Brandherde in Wills Seele, die damit in Flammen geraten, befeuern die melodramatische Haupthandlung.
Doch was „The Messenger“ zu einem der besten Filme im Wettbewerb macht, sind die kleinen intensiven Kammerspiele der Verzweiflung, die sich abspielen, wenn Will und Stone ein Haus betreten, in dem sich bis zu diesem Moment irgendjemand der Illusion hingegeben hat, sein Geliebter, Mann oder Sohn würde heil nach Hause kommen. Und ganz großartig ist Woody Harrelson als Captain Stone, ein Mann, der sich in seinem soldatischen Macho-Zynismus eingepanzert hat und scheinbar nie wieder den Weg aus dieser Gefühlsfestung heraus ins zivile Leben finden wird.
Dabei kann er auch extrem komisch sein kann. Und das hilft, die manchmal erstickend nahe gehende Geschichte zu ertragen. Auch weil ganz am Ende doch für die beiden Soldaten etwas Hoffnung auf Normalität angedeutet wird.
Dienstag, 15 Uhr Friedrichstadtpalast, 20 Uhr Urania, 22.30 Uhr Berlinale-Palast





