Der Schauspieler Armin Mueller-Stahl („Buddenbrooks“) ist am Sonntag in Berlin vom Progress-Filmverleih für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Außenminister und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) würdigte dabei das künstlerische Schaffen in über 80 Filmen und auch das gesellschaftspolitische Engagement des 78-jährigen früheren DEFA-Schauspielers, der auch einer der wenigen deutschen Weltstars sei.
„Sie haben mit Ihrer Arbeit und Ihrem gesellschaftlichen Engagement unser Land geprägt“, betonte Steinmeier auf dem traditionellen Berlinale-Empfang des Filmverleihs im Berliner Rathaus. Mueller-Stahl habe dieses Land „mit aufgebaut, und das mehrfach“ nach den verschiedenen Brüchen der deutschen Geschichte. Steinmeier erinnerte an mehrere bedeutende Filme der früheren staatlichen Filmgesellschaft DEFA, an denen der Schauspieler mitgewirkt habe (darunter „Fünf Patronenhülsen“).
„Diese und andere guten Filme zählen mit gutem Recht nach wie vor zum kulturellen Erbe unseres Landes“, das „wir annehmen und mit der notwendigen Wertschätzung behandeln, es ist nicht der schlechteste Teil der Kultur Deutschlands“, betonte der Vizekanzler. Gerade im 20. Jahr des Mauerfalls gelte es, „mit ein bisschen mehr Sensibilität und Differenzierung auf die Zeit zu blicken und die Bedingungen, unter denen Kunstwerke entstanden sind“.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sprach von einer „langen, guten und auch mit Schatten behafteten Filmtradition“, die nicht in Vergessenheit geraten sollte. „Viele können stolz auf ihre Mitarbeit sein, ohne zu vergessen, dass es auch ein Instrument der Diktatur war.“ Viele Karrieren hätten dadurch nicht ihren normalen Weg gehen können, weil sie „vom System beraubt worden sind, nur weil sie systemkritisch waren, andere haben ihre Karriere mit dem System gemacht“. Mueller-Stahl sei ein Weltstar, der die Brüche der Geschichte in seiner persönlichen und künstlerischen Biografie verkörpere. „Armin Mueller-Stahl ist unser Botschafter für den deutschen Film und die deutsche Kultur.“
An dem Empfang nahmen unter anderem auch die Filmemacher Barbara und Winfried Junge („Die Kinder von Golzow“), der Filmautor Wolfgang Kohlhaase („Solo Sunny“), die Schauspieler Jutta Hoffmann und Judy Winter, der Liedermacher Klaus Hoffmann, der Präsident des Goethe- Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, und Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) teil, der auch Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder ist. Zum Bestand des 1950 in Ost-Berlin gegründeten Progress-Filmverleihs zählen nach eigenen Angaben das vollständige DEFA-Filmerbe sowie unter anderem osteuropäische Filmklassiker




