Die Berliner Philharmoniker sind mit der Wahl ihres neuen Chefdirigenten gescheitert. Nach mehr als elf Stunden Beratungen und mehreren Wahlgängen konnten sich die 123 anwesenden Orchestermitglieder am Montag nicht auf einen Nachfolger für Sir Simon Rattle im Jahr 2018 einigen.
Der Tag verlief turbulent: Bereits um 14 Uhr war zunächst die Verkündung des Wahlergebnisses erwartet worden. Doch immer wieder wurde der Zeitplan verschoben. Eine Chronologie.
+++ 10 Uhr +++ Das Orchester kommt um 10 Uhr in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem hinter verschlossenen Türen zur Wahl des neuen Chefs zusammen.
+++ 14 Uhr +++ Das Orchester will das Ergebnis der Wahl bekanntgeben. Kurz darauf wird verkündet, dass ein neuer Wahlgang vonnöten wäre. Das Ergebnis werde für 16 Uhr erwartet.
+++ 16 Uhr +++ Kein neuer Stand. Ein neuer Termin wird bekanntgegeben. Diesmal: 17 Uhr.
+++ 17 Uhr +++ Es wird weiter gewartet. Dann eine neue Ankündigung: Um 18.30 Uhr will das Orchester vor die Presse treten. Beim Kurznachrichtendienst Twitter machen erste Namennennungen die Runde, die sich allesamt als Fälschungen entpuppen.
+++ 18.30 Uhr +++ Die Pressekonferenz wird auf 19 Uhr verschoben.
+++ 19 Uhr +++ Nun heißt es: „Es kann spät werden.“ Eine genaue Uhrzeit der Bekanntgabe wird nicht genannt.
+++ 20 Uhr +++ Die ersten Journalisten räumen das Feld.
+++ 20.30 Uhr +++ Für die Journalisten werden Getränke bereitgestellt. Bei Twitter wird der Hashtag #berlinerphilharmoniker zum trending topic.
+++ 21.15 Uhr +++ Die Musiker, die über den neuen Chefdirigenten abstimmen, sollen das Haus verlassen haben.
+++ 21.34 Uhr +++ Via Twitter melden die Philharmoniker, die Wahl sei ohne Ergebnis geblieben.
+++ 21.36 Uhr +++ Orchestervorstand Peter Riegelbauer tritt vor die Presse. Er verkündet, dass mehrere Wahlgänge ergebnislos geblieben seien. Eine Entscheidung über die Rattle-Nachfolge werde binnen eines Jahres gefällt werden. Auf Nachfrage präzisiert Riegelbauer, die Entscheidung falle erst in einem Jahr.
+++ 21.39 Uhr +++ Was die Orchestermitglieder an diesem fortgeschrittenen Montagabend nun tun, fragen die Journalisten. Vorstand Riegelbauer sagt, nach der langen erfolglosen Wahl gäbe es für alle erstmal einen Drink - und verabschiedet sich in die Nacht.
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BM

