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Italiens Star-Regisseur Franceso Rosi gestorben

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Peter Zander

Foto: BARBARA SAX / AFP

Filme mit Herz und Verstand: Franceso Rosi drehte Klassiker wie „Wer erschoss Salvatore G?“ und „Der Fall Mattei“. Nun ist der italienische Regisseur an den Folgen einer Bronchitis gestorben.

Italien trauert um einen der letzten großen Filmregisseure des Landes: Francesco Rosi am Sonnabend im Alter von 92 Jahren im Schlaf an den Folgen einer Bronchitis gestorben. 1922 in Neapel geboren, hatte er in den fünfziger Jahren als Regieassistent bei Luchino Visconti und Mario Monicelli begonnen und dann mit seinen ersten eigenen Werken wie diese neorealistische Filme gedreht. In seinem Werk reflektiert Rosi kritisch die politischen, wirtschaftlichen und geistigen Entwicklungen Italiens.

Seinen internationalen Durchbruch erlebte er 1962 mit „Wer erschoss Salvatore G.?“, der ihm unter anderem einen Regie-Bären auf der Berlinale einbrachte. Es folgte ein Goldener Löwe in Venedig für „Hände über der Stadt“ (1963) und die Goldene Palme in Cannes für „Der Fall Mattei“ (1972). Seine sozialkritischen Filme drehten sich oft um organisierte Kriminalität, weshalb er lange als Spezialist für Mafiafilme galt.

Ehrenbär auf der Berlinale 2008

Doch ab den siebziger Jahren weitete er sein Spektrum - etwa durch die epische Literaturverfilmung „Christus kam nur bis Eboli“ (1979) über das Italien Benito Mussolinis oder die Opernverfilmung „Carmen“ (1984) mit Julia Migenes und Plácido Domingo. Das Familiendrama „Drei Brüder“ mit Philippe Noiret, Michele Placido und Vittorio Mezzogiorno war 1982 für einen Oscar als Bester Ausländischer Film nominiert.

Einen empfindlichen Schiffbruch erlitt er dagegen mit der Edelromanze „Chronik eines angekündigten Todes“ (1987). Danach kehrte er mit „Palermo vergessen“ (1990) wieder zum Mafia-Film zurück. Seine letzte Regie-Arbeit war 1997 „Die Atempause“ nach Primo Levi über die Heimkehr eines Auschwitz-Überlebenden. Danach wurde es stiller um den Star-Regisseur. Vor sieben Jahren ehrte die Berlinale den Altmeister noch mit einem Ehrenbären. „Gute Filme sind immer mit Herz und Verstand gedreht“, hat Francesco Rosi einmal gesagt. Leider sei das nicht immer zu finden. Aber wenn, dann sprächen sie auch Herz und Verstand der Zuschauer an.