Fotokunst

C/O-Galerie startet mit gleich vier Ausstellungen

Am 30. Oktober öffnet die C/O-Galerie im Amerika-Haus. Zum Start gibt es vier Ausstellungen. Darunter Will McBridges „Ich war verliebt in diese Stadt“ und „Contact Sheets“ der Magnum-Fotografen.

Foto: Soeren Stache / dpa

Nun werden Nägel mit Köpfen gemacht: Die C/O-Galerie plant ihr „Grand Opening“ für den 30. Oktober. Dann soll alles fertig sein im denkmalgeschützten Amerika-Haus in der Hardenbergstraße. Zwei Jahre war C/O dann ohne Ausstellungshaus – und ohne Einnahmen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und der Regierende Klaus Wowereit haben sich für diesen Tag angesagt – so viel Engagement und Energie wie das C/O-Team an den Tag gelegt hat, soll belohnt werden. 2300 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen zur Verfügung, der alte Kinosaal inklusive, der auch als Veranstaltungssaal nutzbar ist. Foyer und Café sollen eine offene „Publikumsbühne“ sein. C/O teilt sich das Gebäude mit der Landeszentrale für politische Bildung.

Gründungsdirektor Stefan Erfurth hat sich vom Fotografen zum Bauherrn und Fundraising-Manager entwickelt: 2,5 Millionen Euro müssen für den Innenausbau finanziert werden, eine Million fließt aus Lotto-Mitteln. 100.000 Euro fehlen aktuell für die Licht- und Klimatechnik. Nicht zu vergessen, dass Kernteam will ja auch bezahlt werden. Im Kuratorium der Stiftung hat Erfurth prominenten Beistand, Berlinale-Chef Dieter Kosslick ist dabei, Starfotograf Peter Lindbergh und neuerdings auch Schauspielerin Charlotte Rampling, die ein Faible für das Fotografieren hat.

Wer durch die staubigen Räume an der Hardenbergstraße stiefelt, kann sich nur schwer vorstellen, dass in einigen Monaten hier Fotos an den Wänden hängen sollen. Noch stapeln sich Zementsäcke und irgendwo in einer Ecke liegen Kacheln. Doch die Leitungen sind gelegt, die Klimatechnik steht, der Boden ist fertig, nur noch die weißen Wände fehlen.

Brückenschlag zur Geschichte des Amerika-Hauses

Mit gleich vier Ausstellungen möchte Erfurth eröffnen. Ein historischer Brückenschlag zur Geschichte des Amerika Hauses sind die Fotos von Will McBridge. Er war der erste Fotograf, dessen Werk 1957 in der US-Institution gezeigt wurde. Er fotografierte die Stadt, als sie grau in grau in Trümmern lag. Mit „Ich war verliebt in diese Stadt“ wird er teilweise noch nicht veröffentliche Fotos aus den 50er- und 60er-Jahren zeigen. Ein Highlight dürfe die Schau mit den „Contact Sheets“ der Magnum-Fotografen werden, die Kontaktbögen etwa von Buri, Capa und Cartier-Bresson geben Einblicke in die Arbeitsweise der prominenten Fotografen. Auch das ist eine Referenz an die eigene Arbeit: Im Jahr 2000 eröffnete C/O mit einer Magnum-Ausstellung. Im eigens konstruierten Fotoautomaten soll jeder Besucher „Portraits of now“ machen – ganz im Stil der Magnunm-Männer. Eine schöne Idee, wenn es dann klappt.