Eurovision Song Contest

Berliner Band Elaiza tritt beim ESC für Deutschland an

Die Band Elaiza wird Deutschland in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen vertreten. Das Trio aus Berlin ist mit dem Song „Is It Right“ Gewinner des deutschen Vorentscheids.

Der Abend endete mit einer großen Überraschung. Eigentlich waren sich alle Beobachter einig gewesen, wer beim Finale in der Kölner Lanxess-Arena einzig die Nase vorn haben und das Ticket zum „Eurovision Song Contest“ nach Kopenhagen am 10. Mai lösen würde: Der etablierte Graf samt seiner Aachener Band Unheilig. Schließlich muss man die Formation zu den erfolgreichsten musikalischen Projekten zählen, die es in den letzten Jahren hierzulande gegeben hat: Ihr Album „Große Freiheit“ hat sich mehr als zwei Millionen Mal verkauft und war 23 Wochen lang nicht von Platz 1 der Charts zu verdrängen. Dazu kamen Auszeichnungen wie Bambi und Comet, die Goldene Kamera und der Echo. Die Fangemeinde hatte sich versammelt, und der von Barbara Schöneberger moderierte Abend schien vielen lediglich eine Formsache.

Aber man soll sich ja nie allzu sicher sein. Der Graf selbst hatte bereits in Interviews zu Protokoll gegeben, wer sein ärgster Konkurrent sein könnte: eben jene bislang vollkommen unbekannte Berliner Band Elaiza, die so plötzlich als letzter Bewerber in die Runde der letzten acht Musiker vorgestoßen war.

Per Wildcard in den Vorentscheid

Elaiza waren beim „NDR-Clubkonzert“ in den Besitz der sogenannten Wildcard gekommen, weil sie ausreichend Zuschauerstimmen auf sich vereinen konnten. Und es zeigte sich am gestrigen Abend, dass der Graf die Gesetze der Branche und der spontanen Begeisterung ganz gut verinnerlicht hat. Denn wenn man Elaizas mit folkloristischen Klängen untermalten Song „Is it right?“ einmal gehört hat, muss man ihm exakt jene Ohrwurm-Qualitäten bescheinigen, die sich beim Eurovision Song Contest eine berechtigte Erfolgschance ausrechnen können.

Und wer sind sie nun, die Newcomer aus Berlin? Herz der Gruppe ist Sängerin und Songschreiberin Elżbieta Steinmetz, die aus der Ukraine stammt und zwischen dem Saarland und Berlin pendelt. Ihre Kindheit spiegelt sich in ihren Texten: Schon in jungen Jahren musste sie in die polnische Heimat ihrer Mutter umsiedeln, weil ihr ukrainischer Vater, ebenfalls Musiker, gestorben war. Mit 16 Jahren zog sie ins Saarland um.

Folkloristischer Sound im Trend

Die Formation machte erstmals im Jahr 2013 auf sich aufmerksam, als sie den Nachwuchspreis des renommierten „Women Of The World-Festivals“ gewann. Viele der Lieder der Gruppe sind von ukrainischer Folklore inspiriert. Man merkt es schon an den ungewöhnlichen Instrumenten, mit denen die Combo auftritt: einem Akkordeon und einem Kontrabass. Zugleich sind die folkloristisch-heimatgebundenen Untertöne ja schon seit einiger Zeit ein Trend beim Eurovision Song Contest. Vielleicht haben Elaiza damit Glück in Kopenhagen. Man möchte es ihnen wünschen.

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