Filmbranche

Medienboard feiert Geburtstag, 26 Filme und fast 500 Preise

Das Medienboard Berlin-Brandenburg hat 26 der Filme im offiziellen Berlinale-Programm gefördert und feiert nun sein zehnjähriges Bestehen. Knapp 240 Millionen Euro wurden in dieser Zeit vergeben.

Wenn der Film „The Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson am 6. Februar die 64. Berlinale eröffnet und wenn sich dann auch „Monuments Men“-Regisseur und -Hauptdarsteller George Clooney auf dem roten Teppich zeigt, könnte man sich im fx.Center in Babelsberg auf die Schultern klopfen – wären die rund 35 Mitarbeiter nicht selbst unterwegs auf der Berlinale.

Investitionen fließen vierfach in die Region zurück

Denn dort auf dem Studiogelände sitzt das Medienboard Berlin-Brandenburg, das 26 der Filme im offiziellen Berlinale-Programm gefördert hat – die beiden genannten mit 450.000 und 400.000 Euro – und nun sein zehnjähriges Bestehen feiert. Seit der Medienboard-Gründung im Jahr 2004 hat der Geschäftsbereich Filmförderung knapp 240 Millionen Euro an rund 2000 Projekte vergeben – das teilte Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus jüngst mit. Und um gleich einen Ausblick zu geben: Gerade frisch gefördert – mit einer Million Euro – wurde das der Science-Fiction-Film „Passengers“ von Brian Kirk und mit Keanu Reeves.

Niehuus wies darauf hin, dass die Investitionen zurück nach Berlin und Brandenburg fließen: Die unterstützten Produktionen hätten knapp eine Milliarde Euro ausgegeben – „jeder Euro Filmförderung ist vierfach in die Region zurückgeflossen.“ Er bringt neben Umsatz auch Glamour. So realisierte George Clooney seine „Monuments Men“ mit Matt Damon und Cate Blanchett in Berlin und Brandenburg; Wes Anderson brachte für die Dreharbeiten zu „The Grand Budapest Hotel“ Ralph Fiennes und Tilda Swinton, Jude Law und Owen Wilson mit in die Hauptstadt. Geoffrey Rush und Emily Watson drehten „Die Bücherdiebin“ in Babelsberg.

Zahl der Drehtage hat sich seit 2004 verdreifacht

„Die Drehtage haben sich seit 2004 auf 2573 Tage pro Jahr verdreifacht“, sagte Kirsten Niehuus weiter. Das vergangene Jahr war zugleich das mit den meisten Drehtagen. „Aufs Jahr gerechnet bedeutet dies, dass täglich mehr als sieben Medienboard-geförderte Projekte – von Hochschulfilm bis Hollywood-Produktion – in der Hauptstadtregion verfilmt werden.“ Und sie werden gesehen: 120 Millionen Zuschauer kamen in die Kinos. Filme aus Berlin und Brandenburg wurden etwa 3000 Mal bei Festivals und Preisverleihungen weltweit nominiert. 500 Mal gewannen sie eine Trophäe: darunter sechs Oscars, sieben Golden Globes, sechs Cannes-Palmen und 125 Lolas.

Die Einrichtung fördert nicht nur Filme, digitale Inhalte und medienbezogene Standortprojekte, die Mitarbeiter beraten auch Firmen und Unternehmen der Film- und Medienwirtschaft zu Finanzierung und Ansiedlung und sorgen für eine branchenübergreifende Vernetzung. Im vergangenen Jahr wurden fast 25 Millionen Euro für die Förderung von 248 Projekten und 4,5 Millionen Euro für das Standortmarketing neuer Medien ausgegeben. Geldgeber sind die Bundesländer Berlin und Brandenburg, der Rundfunk Berlin-Brandenburg und verschiedene private Fernsehsender.

Auch geförderte Fernsehproduktionen machten Quote

Die höchste Summe wurde an Tom Tykwer ausgezahlt. Für „Cloud Atlas“ erhielt er 1,5 Millionen Euro. Erfolgreichster Film 2013 war „Fack ju Göhte“, den fast 5,5 Millionen Menschen sahen. Der Kassenknüller führt mit den ebenfalls geförderten Filmen „Kokowääh 2“ und „Schlussmacher“ mit 2,74 Millionen und 2,56 Millionen Zuschauern die deutschen Besuchercharts 2013 an. Zu Jahresbeginn 2013 hatte Michael Hanekes „Liebe“ Furore gemacht. Er gewann als jeweils Bester nicht-englischsprachiger Film einen Golden Globe und einen Oscar. Als ausgezeichnet erwies sich auch Jan-Ole Gersters „Oh Boy“: Das Berlin-Porträt erhielt einen Europäischen und sechs Deutsche Filmpreise.

Das Medienboard finanziert auch Fernsehproduktionen mit, die Quote machten. „Das Adlon“ von Uli Edel hatte mehr als acht Millionen Zuschauer, „Der Minister“ von Uwe Janson 4,4 Millionen Zuschauer und Philipp Kadelbachs „Unsere Mütter, unsere Väter“ jeweils rund sieben Millionen Zuschauer.