Bei einem Gastspiel der Berliner Schaubühne mit Regisseur Thomas Ostermeier in St. Petersburg haben russische Nationalisten das Theater MDT mit Hassparolen beschmiert. „Diese gestörten Leute wollen offenbar die Aufmerksamkeit auf sich lenken“, sagte eine Sprecherin des St. Petersburger Winter-Theaterfestivals am Freitag. Ostermeier hatte seine Inszenierung „Der Tod in Venedig/Kindertotenlieder“ am Mittwoch Medien zufolge den in Russland ausgegrenzten Homosexuellen gewidmet.
Seit Monaten protestieren internationale Künstler gegen das neue russische „Gesetz gegen Homosexuellen-Propaganda“. Dies stellt lebensbejahende Informationen über gleichgeschlechtliche Partnerschaften vor Minderjährigen unter Strafe. Immer wieder kommt es deshalb in Russland zu Übergriffen von Nationalisten und russisch-orthodoxen Fanatikern gegen Menschen, die sich für die Rechte von Schwulen, Lesben, Trans- und Bisexuellen einsetzen.
Theater- und Festivalchef Lew Dodin verurteilte laut einer Mitteilung des Theaters die beleidigenden Schmierereien als Straftat, die von der Polizei verfolgt werden müsste. Die Störer hatten auch einen Schweinekopf aus Protest vor das Theater gelegt. Die Polizei ließ die Schmierereien entfernen.
dpa/alu



