Schiller Theater

Künstler mit Deutschem Theaterpreis geehrt

In Berlin wurde am Abend der Deutsche Theaterpreis verliehen. In mehreren Kategorien konkurrierten Künstler von Theater, Tanz und Oper gegeneinander. Zwei Preisträger standen bereits vorher fest.

Foto: Ole Spata / dpa

„Der Faust“ erinnert an ein eckiges Blasrohr mit Handgriff. Zum achten Mal wurde die Trophäe des Deutschen Theaterpreises am Sonnabend in acht Kategorien verliehen – in diesem Jahr im Schiller Theater an der Bismarckstraße. Durch den Abend führte Schauspieler Peter Jordan.

Zum Auftakt der „Faust“-Verleihung spielte das Jazzorchester der Deutschen Oper ein Medley, die Musiker waren im oberen Teil des Bühnenbildes von „The Rake’s Progress“ platziert, vorn im abgedeckten Orchestergraben saßen die Nominierten auf einem Sammelsurium von Stühlen, Bänken und Sofas.

Peter Jordan begrüßte protokollgemäß Bundespräsident Joachim Gauck, der allerdings nur als Zuschauer da war. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, in der Hauptstadt für die Kultur zuständig, war auch ein Gastgeber des Events, zu dem unter anderen Schauspielerin Martina Gedeck, Bassbariton Thomas Quasthoff und Schauspielerin Inka Friedrich kamen.

Wowereit: „Ich freue mich, dass der Deutsche Theaterpreis in Berlin verliehen wird, einer Stadt, die Theatergeschichte geschrieben und die großartige Bühnenkünstler hervorgebracht hat. Diese ästhetische Vielfalt, die sich in der gesamtdeutschen Theaterlandschaft widerspiegelt, gilt es zu schützen“, dazu trage „Der Faust“ bei.

Die Preisträger sind:

Luk Perceval in der Kategorie Regie Schauspiel

Anna Süheyla Harms in der Kategorie Darstellerin/ Darsteller Tanz

Constanze Becker in der Kategorie Darstellerin/ Darsteller Schauspiel

Claus Guth in der Kategorie Regie Musiktheater

Mina Salehpour in der Kategorie Regie Kinder- und Jugendtheater

Annette Kurz in der Kategorie Bühne/Kostüm

Christian Gerhaher in der Kategorie Sängerdarstellerin/ Sängerdarsteller Musiktheater

Zwei Preisträger standen bereits vor der Gala fest: Inge Keller wurde für das Lebenswerk ausgezeichnet. Die gebürtige Berlinerin gilt als eine der letzten Diven des Theaters. Ihr Debüt gab sie 1942 im Theater am Kurfürstendamm. Sie spielte am Hebbel und am Schlosspark-Theater und wechselte 1950 ans Deutsche Theater Berlin. Dort blieb sie bis 2001 und spielt dort bis heute als Gast.

Den Preis für Inge Keller nahm ihre Tochter Barbara Schnitzler entgegen. Die Schauspielerin konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich zur Verleihung kommen.

Und der Preis des Präsidenten ging an das Gesamtensemble des Staatsschauspiels Stuttgart, das die „skandalöse Situation“ der Sanierung seines Theaterhauses mit Mut und Improvisationskraft auf sich genommen habe, wie der Bühnenverein mitteilte.

Mit dem undotierten Faust-Preis werden außerdem die besten Schauspieler, Theater- und Opernregisseure sowie Tänzer ausgezeichnet.