Ehrung

Berliner Schriftstellerin Poschmann mit Literaturpreis ausgezeichnet

Die Berliner Schriftstellerin Marion Poschmann hat in Braunschweig den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis bekommen. Ausgezeichnet wurde ihr Roman „Die Sonnenposition“.

Foto: Arno Burgi / dpa

Braunschweig (epd). Die Berliner Schriftstellerin Marion Poschmann (43) ist am Samstag in Braunschweig mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Sie erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Preis für ihren 2013 erschienenen Roman „Die Sonnenposition“. Die niedersächsische Kultur-Ministerin, Gabriele Heinen-Kljaji (Grüne), sagte, Poschmann gelte in der Literaturkritik als „poetische Protokollantin des Scheiterns und der Defizite“. Ihre Werke erforschten die Kehrseite des Aufschwungs und handelten von dem Preis, der für Fortschritt und Leistungsdenken gezahlt werde. Die Auszeichnung wird von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk ausgelobt.

Jurysprecher Hubert Winkels vom Deutschlandfunk sagte, Poschmann sei eines „der ganz großen Versprechen“ der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Mit ihrem Roman „Die Sonnenposition“ sei ihr ein Werk gelungen, das besonders durch seine lyrische Sprache besteche. Außergewöhnlich sei dabei, dass die eigentlich als Dichterin bekanntgewordene Poschmann scheinbar mühelos von der Lyrik zur Prosa übergehe.

„Meisterin der Spiegelung und Täuschung“

In der Begründung der Jury hieß es weiter, Poschmann sei eine Meisterin der Spiegelung und Täuschung und des Wechsels von Sich-Zeigen und Verbergen. In einem langsam verfallenden Schloss in Brandenburg lasse sie ihren Helden und Erzähler, den Therapeuten Altfried Janisch, seinen Patienten gegenüber die „Sonnenposition“ suchen – den Punkt, von dem Orientierung ausgehe.

Der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis erinnert an den gesellschaftskritischen Schriftsteller Wilhelm Raabe (1831-1910), der in Braunschweig starb. Die Auszeichnung für einen aktuellen Roman wird jährlich vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Jochen Missfeldt, Ralf Rothmann und Sibylle Lewitscharoff.