Als Wunschkandidat für den Literaturnobelpreises in Stockholm ist immer mal wieder der Name des US-Rockpoeten Bob Dylan im Gespräch. Geklappt hat es noch nie.
Dafür könnte es sein, dass der 72-Jährige bald einen Koffer in Berlin hat. Dylan ist nämlich neues Mitglied der Akademie der Künste, allerdings nicht in der Sektion Musik, sondern Abteilung Film- und Medienkunst. Warum in dieser Sektion, darüber gibt es keine Auskunft.
Die einzelnen Sektionen machen vertrauliche Vorschläge zur Wahl im Gremium. Seine Nominierung hätte sehr positive Reaktionen hervorgerufen, heißt es aus Mitgliederkreisen. Gerade auch die Literaten zeigten sich angetan, weil Dylan hochinteressante Texte geschrieben habe.
Und der Künstler selbst? Der 72-Jährige habe sich über seine Wahl sehr gefreut und sie gern angenommen, teilte eine Sprecherin mit. Offiziell berufen wurde „Mister Bob“ per Brief durch den Akademie-Präsidenten Klaus Staeck.
Dylan möglicherweise bei der Mitgliederversammlung
Zwei Mal im Jahr ist Mitgliederversammlung, die nächste wieder im Herbst. Erscheinen ist aber nicht Pflicht. Da spricht man über künstlerische Anliegen, Weltfragen und Programme der AdK. Vielleicht ist der Songwriter dann dabei, am 24. und 25. Oktober 2013 jedenfalls wird er in der Hauptstadt sein, auf Konzerttour im Tempodrom.
Erst vor gut einem Jahr hatte Dylan von US-Präsident Barack Obama die Freiheitsmedaille erhalten, die höchste zivile Auszeichnung der USA. Obama nannte den Sänger „einen Giganten in der Geschichte amerikanischer Musik“ und bekannte sich als ein großer Fan. Während seiner Studentenzeit habe er immer Dylans Musik gehört, sagte Obama.
Dylan ist nicht alleine mit seinem neuen Berlin-Gefühl. Er gehört zu den insgesamt 18 Künstlern, die bei der jüngsten Mitgliederversammlung neu aufgenommen wurden. Weitere „Frischlinge“ sind die Choreographin Sasha Waltz, die Architekten Hilde Léon und Ian Ritchie sowie die Theatermacher Ulrich Khuon und Nicolas Stemann.
Die 1696 gegründete Akademie gehört zu den ältesten europäischen Kulturinstituten. Sie fördert die Kunst und pflegt das kulturelle Erbe. Mit ihren sechs Kunstsektionen hat sie inzwischen insgesamt 414 Mitglieder.
G.W.



