50. Geburtstag

Warum Johnny Depp der Mann fürs Schräge ist

Schauspieler Johnny Depp gilt als Frauenschwarm, obwohl er selbst gegen dieses Image ankämpft. Depps Paraderolle sind darum meistens Männer, die irgendwie nicht von dieser Welt erscheinen.

Foto: The Kobal Collection/Knesebeck Verlag

Fast schien es, als ob er auf seine alten Tage nur noch mit Todesverachtung seinen Piratenkäpt’n Sparrow gibt. Obschon ein fünfter „Fluch der Karibik“ angekündigt ist, wird Johnny Depp aber erst mal als Indianerkrieger in „The Lone Ranger“ zu sehen sein, aschweiß geschminkt und mit Krähe auf dem Kopf.

Das zeigt einmal mehr: Johnny Depp ist der Mann fürs Schräge. Ob nun als weltfremder Scherenmann („Edward mit den Scherenhänden“) oder Trash-Regisseur in Frauenkleidern („Ed Wood“), als durchgeknallter Junkie mit Halbglatze („Fear and Lothing in Las Vegas“) oder als Kehle aufschlitzender Barbier („Sweeny Todd“): keine Maske ist ihm zu bizarr, keine Kostümierung zu absurd.

Stets androgyne Züge

Anfangs hat man ihn als neuen James Dean etikettieren wollen und als Sexiest Man. Dieses Image aber hat er stets bekämpft, ironisiert und zerstört. Nicht zufällig stattet er seine Figuren mit androgynen Zügen aus.

Vor allem aber ist er einer, der einfach nicht erwachsen werden will. Das Kind im Manne ist seine Paraderolle, ist der heimliche rote Faden, der sich durch seine Filme zieht. Am Sonntag wird Johnny Depp 50. Und beweist, wie alt man werden kann, ohne erwachsen werden zu müssen. Das lässt sich jetzt auch in einem neuen, prachtvollen Fotoband nachblättern.

Steven Daly: Johnny Depp – Seine Filme, sein Leben. Knesebeck Verlag, 288 S., 39,95 Euro. Ab heute im Handel