Berlin

Philharmoniker wollen 2015 Nachfolger für Rattle benennen

Die weltberühmten Berliner Philharmoniker lassen sich bei der Suche nach einem Rattle-Nachfolger Zeit. Die kommende Saison steht unter dem Zeichen eines Jubiläums.

Foto: Tim Brakemeier / dpa

Die Berliner Philharmoniker wollen sich für die Suche nach einem Nachfolger für ihren Chefdirigenten Sir Simon Rattle Zeit lassen. Voraussichtlich erst zum Ende der Spielzeit 2014/15 werde das Orchester den Namen bekanntgeben, sagte Orchestervorstand Stefan Dohr am Montag vor Journalisten in Berlin. Über die Kandidaten würden die Orchestermusiker zunächst diskutieren und dann abstimmen.

Rattle hatte jüngst erklärt, dass er seinen Vertrag über das Jahr 2018 nicht verlängern wolle. Er werde dann kurz vor seinem 64. Geburtstag stehen. Nach dann 16 Jahren werde es Zeit, dass jemand anderes die Leitung übernehme. Am Montag sagte Rattle vor Journalisten, er blicke mit Enthusiasmus auf die kommenden Jahre in Berlin. „Wir haben noch viel gemeinsam vor.“

In der Spielzeit 2013/14 will das Orchester den 50. Geburtstag der Berliner Philharmonie groß feiern. Mit Werken von bis zu mehreren hundert Musikern werden die Philharmoniker an die Eröffnung des Saales am 15. Oktober 1963 durch Herbert von Karajan erinnern.

Matthäus-Passion von Bach in szenischer Fassung

„Wir wollen dabei den Raumklang des Saales ausloten“, sagte Rattle. Alle drei Konzerte werde er selbst leiten, darunter die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in einer szenischen Fassung des britischen Regisseurs Peter Sellars sowie Arnold Schönbergs monumentale „Gurre-Lieder“ und eine Uraufführung des Komponisten Wolfgang Rihm.

Zum Jubiläum dreht der Regisseur Wim Wenders in Zusammenarbeit mit dem Kulturkanal Arte eine 3D-Dokumentation über die Philharmonie, wie Intendant Martin Hoffmann ankündigte. Insgesamt plant das Orchester in der nächsten Saison 87 Konzerte in der Philharmonie sowie 28 Auftritte auf Konzertreisen, unter anderem nach Asien und Paris.